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Kriminalität

BKA fordert Datenspeicherung gegen Kindesmissbrauch

Ermittler und Missbrauchsbeauftragter wollen mehr Rechte für die Polizei. Der Fall von Staufen belebt Debatte um die Vorratsdaten neu.

13.04.2018
  • DPA

Freiburg. Der Prozessbeginn gegen einen Sexualstraftäter im Missbrauchsfall von Staufen hat eine neue Debatte um Maßnahmen gegen Kinderpornografie im Internet angestoßen. Der Cyber-Crime-Verantwortliche des Bundeskriminalamts (BKA) beklagt, dass viele Daten nach einer Weile nicht mehr auffindbar seien, weil es in Deutschland derzeit keine Mindestspeicherfristen für Verbindungsdaten gibt.

„Im vergangenen Jahr beispielsweise mussten wir über 8400 Fälle der Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornografie der Staatsanwaltschaft zur Einstellung vorlegen, weil der Ermittlungsansatz – die IP-Adresse – hier nicht weiter verfolgt werden konnte, weil die IP-Adresse mangels Vorratsdatenspeicherung schlicht beim Provider nicht mehr hinterlegt war“, sagte Markus Koths, Leiter der BKA-Gruppe Cybercrime, im ZDF.

Den Missbrauchsfall von Staufen bei Freiburg bezeichnete Koths als „sehr tragisch und erschütternd“. „Allerdings ist dies nicht nur ein Einzelfall. Der Polizei werden jährlich über 12 000 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern bekannt.“

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte Konsequenzen aus dem Fall. Es sei fast normal, dass Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan werde, sagte Rörig im SWR. Deswegen brauche es in Deutschland dringend eine Meldepflicht für Missbrauchsbilder im Internet, wie es sie in den USA gebe. Rörig betonte, dass man Kinder noch mehr aufklären und stärken müsse.

Drei Monate nach Bekanntwerden des Falls von Staufen begann gestern der erste Prozess. Angeklagt vor dem Landgericht Freiburg ist ein 41-jähriger Mann. Er habe die ihm vorgeworfenen Taten in nichtöffentlicher Verhandlung eingeräumt, sagte der Vorsitzende Richter. Er soll, wie andere auch, einen heute neun Jahre alten Jungen aus Staufen vergewaltigt und hierfür Geld gezahlt haben. Der Prozess gegen die Mutter des Jungen und ihren Lebensgefährten beginnt am 11. Juni. dpa

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13.04.2018, 06:00 Uhr
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