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Einfach mal ein Netter

Autorinnenduo mit Wannweiler Wurzeln schreibt Bremen-Krimi

Na also. Wer bislang dachte, dass der gemeine Krimikommissar zwingend einen an der Klatsche haben müsse, wird nun eines Besseren belehrt. Biggi Rist und Liliane Skalecki haben einen erfunden, der ganz ohne Alkoholprobleme und Seelenknacks auskommt: „Wir wollten einfach einen netten Kerl ohne Altlasten.“ Herausgekommen ist Kriminalhauptkommissar Heiner Hölzle, liiert, engagiert, Schwabe.

04.03.2012

Letzteres hat er mit Autorin Biggi Rist gemeinsam, sie kommt aus Wannweil. Diverse Eigenschaften ihres Kommissars sind denn auch der Schreiberin zu eigen. Eine Aversion gegen manche Bremer Spezialitäten etwa. Und die Autorin weiß, wovon sie spricht, lebt sie doch selbst in der Hansestadt. Ja klar, lacht sie, man bringe schon was von sich selbst mit ein, bei so einem Buch: „Die Bremer machen schon ganz leckere Sachen, aber sowas wie saure Kutteln esse ich hier ja auch nicht.“

Die Idee zum gemeinsam geschriebenen Erstling entstand im Reitstall, sagt Rist. Dort spielt nicht nur der Mord an der jungen Russin Sonja Achmatova im Buch, sondern auch ein großer Teil des realen Lebens der Autorinnen. Beim geselligen Zusammensein auf dem Hof hätten sie gescherzt, eigentlich fehle ja nur noch Mord und Totschlag, erzählt Biggi Rist. Was die beiden Autorinnen dann Ende 2008 schreiberisch in die Tat umsetzten: Die junge Frau wird tot im Wassergraben einer Reitanlage gefunden. Zunächst sieht es für Kommissar Hölzle nach einem Routinefall aus, der Pferdepfleger wird zum Hauptverdächtigen.

Dann aber ergeben sich Parallelen zu ungeklärten Morden in den 70 er Jahren. Die Spur führt den Ermittler bis ins Jahr 1943 – in ein Zwangsarbeiterlager in der Nähe von Bremen. Wie das geht, zu zweit einen Krimi auf drei Zeitebenen zu schreiben? Gar nicht so schwer, sagt Biggi Rist. „Es gab ganz klare Regeln, du machst das, ich mach das.“ Was die eine schrieb, las die andere Korrektur. Aus dieser Art zu arbeiten entwickle sich auch eine gewisse Eigendynamik, sagt die Autorin: „Man liest dann das vom anderen und kann wunderbar daran anknüpfen.“ Ein versehentlich doppelt geschriebenes Kapitel sei fast gleich verlaufen: „Es fügte sich nahtlos in einander.“

Völlig ohne Komplikationen lief auch die Suche nach einem Verlag. „Das war wie ein Sechser im Lotto, der erste Verlag, den wir angeschrieben haben, hat uns sofort genommen.“ Kommissar Hölzle wird auch in Zukunft ermitteln, sagt die Autorin. „Der zweite Teil ist fertig und liegt beim Verlag, den dritten haben wir schon angefangen.“

Trotzdem will Rist „auf dem Teppich bleiben. Die wenigsten Autoren können nur vom Schreiben leben.“ Sie selbst arbeitet in der Labordiagnostik, ihre Mitautorin verfasst Sachbücher und Fachartikel. Dass mit dem Erstling alles so gut gelaufen ist, sei schlicht surreal, sagt Biggi Rist. „Das ist unfassbar und noch nicht so richtig angekommen.“ Katharina mayer

Info: „Schwanensterben“ ist im Gmeiner-Verlag erschienen, die 422 Seiten Krimi kosten 11,90 Euro.

Die Krimiautorinnen Biggi Rist (links) und Liliane Skalecki Privatbild

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Erstellt:
4. März 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
4. März 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. März 2012, 12:00 Uhr

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