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Autobauer im Gegenwind
Trotz des Abgasskandals hoffen deutsche Hersteller 2016 auf mehr Absatz

Autobauer im Gegenwind

Trotz des VW-Abgasskandals hofft die deutsche Automobilindustrie, den Absatz 2016 in Deutschland und weltweit weiter zu steigern. Bei Elektroautos setzt sie angesichts schlechter Verkaufszahlen auf Hilfen.

02.12.2015
  • DIETER KELLER

Berlin. Wie nachhaltig lässt der VW-Abgasskandal die weltweite Nachfrage nach Diesel-Pkw einbrechen? Über diese Schlüsselfrage für die deutsche Automobilindustrie traut sich der Präsident ihres Spitzenverbands VDA, Matthias Wissmann, erst im kommenden Frühjahr ein endgültiges Urteil zu. Zumindest in Deutschland sieht er bisher keine besorgniserregenden Anzeichen: Im November hatten 49,7 Prozent der Neuzulassungen einen Dieselmotor, leicht mehr als im vergangenen Jahr. "Das spricht nicht für einen Abschwung", sagte Wissmann in Berlin. In Frankreich war der Diesel-Marktanteil schon rückläufig, als der VW-Skandal im September bekannt wurde.

"Dieser Missbrauch hat Vertrauen gekostet - in das betroffene Unternehmen, in die gesamte Branche und nicht zuletzt in die Dieseltechnologie", gab Wissmann zu. Er bemühte sich aber herauszustreichen, dies sei das Fehlverhalten eines einzelnen Herstellers gewesen. Alle anderen sagten "glaubwürdig", dass es bei ihnen keine Manipulationsversuche gebe. Zudem trennte er davon strikt die Kritik an den Abgasmessverfahren, die auf dem Prüfstand häufig deutlich bessere Werte erbringen als im normalen Straßenverkehr. Das soll sich mit einem neuen Messverfahren verbessern, das die EU Anfang 2017 einführt, das realistischere Werte bringe.

Trotz des Skandals wird Wissmann nicht müde herauszustreichen, dass der Diesel kein Auslaufmodell sei: "Er ist notwendig zur Erreichung der CO2-Ziele." Denn er verbrauche 20 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner, und seine CO2-Emissionen seien im Schnitt um 10 Prozent niedriger. Würden in Deutschland keine Dieselmodelle mehr verkauft, dann könnten die deutschen Hersteller die Vorgaben der EU für die Schadstoffemissionen der Fahrzeugflotten nicht halten.

Nervös ist die Autoindustrie auch beim Thema Elektroautos. In den ersten neun Monaten 2015 wurden nur 14 900 in Deutschland zugelassen. Das waren ganze 0,7 Prozent aller Neuzulassungen. Das Ziel von 1 Mio. Elektroautos auf deutschen Straßen im Jahr 2020 scheint kaum noch erreichbar zu sein.

Daher erinnerte Wissmann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an ihre Zusage, noch in diesem Jahr über staatliche Hilfen zu entscheiden. Auf Sonderabschreibungen konnten sich Bund und Länder bisher nicht einigen. Kaufprämien will der Auto-Präsident öffentlich nicht fordern, auch wenn er mit dem Hinweis auf die Erfahrungen in anderen Ländern wie den Niederlanden und Großbritannien andeutete, dass er sich einen solchen "Startimpuls" erhofft, allerdings nicht als langfristige Subvention.

"Der Gegenwind wird stärker", befürchtet Wissmann für das Jahr 2016. Schon die Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sowie der Terrorismus sorgen für Verunsicherung. Trotzdem hofft er, dass der Pkw-Absatz weltweit um 2 Prozent auf 78,1 Mio. Wagen zunimmt. Die deutschen Hersteller dürften ihre Produktion im Inland um 1 Prozent auf 5,8 Mio. Autos erhöhen. Zudem sollen 9,7 Mio. Wagen aus ihren ausländischen Fabriken rollen, was eine Steigerung um 3 Prozent wäre. Die Neuzulassungen im Inland - einschließlich Importfahrzeugen - steigen nach der Prognose des VDA auf 3,2 Millionen. In diesem Jahr dürften sie 3,17 Millionen erreichen, ein Zuwachs um 4 Prozent.

Bei den Mitarbeitern rechnet Wissmann mit einer stabilen Entwicklung. Derzeit hat die Automobilindustrie 808 000 Beschäftigte, rund 17 000 mehr als vor einem Jahr. Nicht nur die Autobauer haben zugelegt, sondern auch die Zulieferer und die Hersteller von Lkw-Aufbauten und -Anhängern.

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02.12.2015, 08:30 Uhr
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