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Auto-Händler sehen ihre Existenz bedroht
Ein Diesel-Auto wartet beim Händler auf einen Käufer. Foto: Uwe Anspach/dpa
Dieselskandal

Auto-Händler sehen ihre Existenz bedroht

Unternehmen werden ihre Wagen nicht los, weil niemand die Umrüstung bezahlen will.

20.07.2018
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Svenja Schulze steht unter einem aufgebockten zwei Jahre alten VW Golf-Diesel und schaut zu, wie der Monteur Teile der Auspuffanlage demontiert. Er wird unter den Blicken der SPD-Bundesumweltministerin eine neue Anlage mit SCR-Katalysatoren und Harnstoffeinspritzung einbauen. Folge der Umrüstung: Die Stickoxid-Emissionen des Euro-5-Diesels sinkt, wie Tests unter anderem vom ADAC beweisen, um rund 94 Prozent. Damit sind die Emissionen niedriger als bei Euro-6-Autos.

Die Ministerin ist höchst angetan. „Die Hardware-Umrüstung ist möglich, einfach und schnell“, sagt sie. Die Kosten von 1500 bis 2500 EUR fördern will sie aber nicht. „Die Automobilindustrie steht in der Verantwortung. Ich will keine Fahrverbote“, sagt Schulze in der Werkstatt. „Weil Software-Updates allein nicht reichen, kommen wir um Hardware-Nachrüstungen für ältere Diesel nicht herum“. Es brauche über das Kraftfahrtbundesamt endlich eine Regelung.

Jürgen Karpinski, Eigentümer des Autohauses und Präsident des Zentralbankverbandes des deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) ist verärgert. „350 000 Euro-5-Diesel-Pkw im Gesamtwert von 4,5 Milliarden Euro stehen sich bei den Händlern die Reifen platt. Sie sind nur zu hohen Abschlägen oder gar nicht verkäuflich“. Standkosten für 28 EUR pro Tag und Auto kommen zudem noch hinzu.

Verluste durch Rückläufer

„Zudem gibt es Rückläufer aus Leasing-Verträgen, da drohen weitere Verluste im dreistelligen Millionenbereich, weil die vereinbarten Rücknahmepreise im Weiterverkauf nicht zu erzielen sind“, sagt Jürgen Karpinski. Bei etlichen der bundesweit 38 000 mittelständischen Unternehmen gehe es mittlerweile um die Existenz. Allein er müsse im August 100 Audi A6 Diesel zurücknehmen. „Damit verliere ich eine Mio. EUR“.

Karpinski würde in seinen Betrieben sogar die Kosten für Umrüstung übernehmen, weil er so den Wertverlust für Gebraucht-Pkw verhindern und sie besser verkaufen könnte. Er fordert im Gegensatz zur Ministerin ein öffentliches Förderprogramm unter Beteiligung der Hersteller. Das Problem: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat eine entsprechende Verordnung zur Genehmigung der Umrüstung noch nicht auf den Weg gebracht. Rolf Obertreis

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20.07.2018, 06:00 Uhr
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