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Kommentar zum Home Office für alle

Auszeit vom Büro

Der Vorstoß überrascht: Der Deutsche Gewerkschaftsbund lehnt das Arbeiten von zu Hause nicht mehr grundsätzlich ab und fordert nun sogar einen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer auf einen Heimarbeitsplatz.

02.05.2018

Von MICHAEL GABEL

Es gehe um „mehr Selbstbestimmung“ für die Beschäftigten, begründet DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach den Schwenk. Recht hat sie insofern, als Heimarbeit im digitalen Zeitalter nicht mehr nur aus Risiken, sondern auch aus Chancen besteht. So können junge Eltern ihr Kind betreuen, ohne gleich im Beruf pausieren zu müssen. Andere schonen ihre Nerven, indem sie sich an einigen Tagen die lange Anfahrt sparen.

Nun aber gleich einen Rechtsanspruch auf Heimarbeit zu fordern, ist falsch. Denn es sollte den Beschäftigten und ihren Vorgesetzten vorbehalten bleiben zu klären, in welchen Fällen eine Arbeit tatsächlich vom heimischen Schreibtisch aus erledigt werden kann und in welchen nicht. Zwar besteht dann immer auch die Gefahr, dass man sich nicht einig wird. Aber Fachkräfte sind derzeit begehrt – was die Neigung der Arbeitgeber steigen lassen dürfte, ihren Mitarbeitern in der Frage Home Office entgegenzukommen.

Dass es bald zu einer Flut von Anträgen auf Heimarbeit kommen könnte, ist sowieso unwahrscheinlich. Denn die Nachteile liegen auf der Hand: Job und Privatleben lassen sich nur schwer trennen, und es leidet der Austausch mit Kollegen und Chefs. Besonders gravierend ist es, dass zu Hause angehäufte Überstunden oft nicht vergütet werden. Hier Verbesserungen zu erreichen, wäre der richtige Ansatz – und nicht Rechtsansprüche zu schaffen, die am Ende die Gerichte beschäftigen.

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Erstellt:
2. Mai 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
2. Mai 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. Mai 2018, 06:00 Uhr

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