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Der richtige Umgang mit der Euphorie

Australien-Siegerin Angelique Kerber und ihre Fed-Cup-Teamkolleginnen müssen einen Spagat meistern

In Leipzig herrscht ein großer Rummel um den neuen Tennis-Star Angelique Kerber und ihr Team. Im Fed-Cup-Duell gegen die Schweiz zeigt sich, wie die Spielerinnen mit diesem Hype umgehen werden.

04.02.2016
  • HELEN WEIBLE

Leipzig. Wie lang ist das her, dass sich 80 Journalisten in einen Konferenzraum zwängen, und an den Lippen der Bundestrainerin und dem Fed-Cup-Team hängen? Sehr lange! Und die vier Einzelmatches und das Doppel am Wochenende gegen die Schweiz sind schließlich "nur" Erstrundenduelle des Tennis-Länderkampfes bei den Damen. Trotzdem: In der sächsischen Messestadt herrscht die Tage ein enormer Medienrummel. Alle sind neugierig darauf, wie sich die Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber so gibt, wie sie sich jetzt fühlt, was sie sich jetzt von alledem erwartet, wohin es mit dem Tennis in Deutschland nun geht. Immerhin hat seit 1999 nach Steffi Graf keine Deutsche mehr ein Grand-Slam-Turnier gewonnen.

Nicht nur für den neuen Star am deutschen Tennis-Himmel ist das eine ungewohnte Situation, auch für ihre Teamkolleginnen Andrea Petkovic, Anna-Lena Grönefeld und die Youngsters Annika Beck und Anna-Lena Friedsam an ihrer Seite. Petkovic, die Rabaukin, die wohl extrovertierteste aus diesem Quartett, haut einfach einen Spruch raus: "Wir genießen es, dass wir solche Momente haben. Sonst stehen hier zwei Leute und wir machen es auf dem Klo", sagte sie gewohnt frei Schnauze.

Und die permanent strahlende Angelique Kerber, hofft darauf, dass diese um sich greifende Begeisterung für ihre Sportart auch weiterhin anhält: "Ich habe mir immer gewünscht, dass nach Steffi und Boris wieder ein Boom kommt." Letztlich geht es aber darum, dass die eher zurückhaltende 28-jährige Kielerin und ihre Mannschaft sich abseits der etlichen Fotoshootings und Interviews simpel aufs Tennisspielen konzentrieren. Denn was wäre jetzt enttäuschender, als wenn das deutsche Team um die Nummer zwei der Welt nun gegen die Schweizer Nachbarinnen eine Pleite kassieren? Würde dann die ganze Euphoriewelle wieder abebben? Nach Sabine Lisickis allerdings verlorenem Wimbledon-Finale 2013 war es so geschehen. Weil es immer um Siege und Titel geht. Jetzt wird verlangt, dass das Fed-Cup-Team auf jeden Fall ins Halbfinale einzieht. Auch ein Signal: Anstatt dem Spartensender Sat. 1 Gold überträgt nun Sat. 1 die Partien in Leipzig. Hohe Einschaltquoten dürften vorprogrammiert sein.

Einen nicht unbedeutsamen Anteil an Angelique Kerbers historischem Sieg hatte auch ihr Trainer Torben Beltz. Spieler müssen ihren Coaches vertrauen können. Gerade in der erfahrenen Teamchefin Barbara Rittner haben die Ladies den nötigen Rückhalt, wenn es darum geht, mit dem Hype umzugehen. Sie findet wie gewohnt klare Worte: "Wir müssen dieses wahnsinnig tolle Ereignis abhaken. Es wird entscheidend sein, dass wir alles, was passiert ist, hinter uns lassen."

Alles Kopfsache! Also wird gespielt wie immer, mit dem selben Respekt vor dem Gegner, mit der selben Vorbereitung, der selben Taktik. Die Teamaufstellung legt Barbara Rittner am Freitag fest. Während sich bei den Deutschen durch den verletzungsbedingten Ausfall von Doppelspielerin Julia Görges (Ersatz durch Anna-Lena Grönefeld) vor wenigen Tagen noch eine Änderung ergeben hat, steht das Team der Eidgenossinnen. Neben den Top-15-Profis Belinda Bencic und Timea Bacsinszky tritt die einstige Weltranglistenerste Martina Hingis an. Die frühere Kontrahentin von Steffi Graf ist für das Doppel vorgesehen. Die eher unbekannte Nummer 138 der Welt, Viktorija Golubic, komplettiert das Schweizer Team. "Ich glaube, dass jedes Match offen ist", sagt Rittner vor der Aufgabe.

Die Kombination aus verschiedenen Spielercharakteren dürfte sich als gute Mischung erweisen: Angelique Kerber, die Nervenstarke, die selbst eine Weltranglistenerste ins Schleudern bringt. Daneben Andrea Petkovic, die schon immer für den Fed Cup gebrannt hat und ein Team absolut zu motivieren weiß. Außerdem sagt Rittner, die Petkovics Wesen kennt: "Sie macht einen sehr stabilen Eindruck." Annika Beck hatte vor drei Jahren ihren ersten Auftritt im Fed Cup, aber der ging daneben. Bei den Australian Open stand sie erstmals im Achtelfinale (gegen Kerber) und wird weiter in die Mannschaft wachsen. Mit Anna-Lena Friedsam steht sie für das "junge Wilde" - mit Potential.

Zahlen bitte!

Deutschland und die Schweiz haben sich in der über 50-jährigen Geschichte des Federation Cups bislang fünf Mal gegenübergestanden. Vier Duelle konnten die deutschen Damen für sich entscheiden. Das letzte Aufeinandertreffen gab es 2009 in Zürich, wobei das deutsche Team mit 3:2 siegte. Damals glich Anna-Lena Grönefeld durch einen Sieg über Timea Bacsinszky im Einzel zum 2:2 aus und entschied im Doppel an der Seite von Tatjana Malek die Erstrundenpartie. Im Finale standen die deutschen Damen bislang sieben Mal, zwei Endspiele gewannen sie auch. Den ersten Titel holten Steffi Graf und Claudia Kohde-Kilsch 1987 im kanadischen Vancouver durch ein 2:1 gegen die USA. Steffi Graf, Anke Huber und Barbara Rittner sorgten für den 2:1-Heimtriumph 1992 in Frankfurt gegen Spanien.

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04.02.2016, 08:30 Uhr
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