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Her mit der Kohle

Ausstellung über 50 Jahre deutsch-koreanische Beziehungen

Die Ausstellung „Her mit der Kohle“ spiegelt in Fotografien 50 Jahre Arbeitsimmigration von Koreanern in Deutschland wider. Am Donnerstag wurde sie in der Neuen Aula eröffnet.

08.12.2013

Von Nicol Henne

Tübingen. Der Fotograf Dong-Ha Choe ist in Tübingen aufgewachsen und freut sich, wieder hier sein zu können. Er selbst stammt aus einer klassisch koreanischen Familie: „Meine Mutter war Krankenschwester und mein Vater Bergarbeiter. Durch die Arbeit an diesem Projekt hat sich die Beziehung zu meinem Vater geändert, ich verstehe ihn nun besser!“

„2013 ist ein ganz besonderes Jahr für die Beziehungen zwischen Deutschland und Korea“, merkte der Generalkonsul der Republik Korea, Won-jun Han, bei der Ausstellungseröffnung an. Feiere man doch den 130 Jahre bestehenden Handels- und Freundschaftsvertrag und 50 Jahre Anwerbeabkommen. In einem Kurzvortrag sprach Juniorprofessor You Jae Lee, Leiter des Koreanistik-Institutes in Tübingen, die Geschichte und die Auswirkungen der Arbeitsimmigration der Koreaner in Deutschland an.

1963 kamen in einer ersten Welle rund 8000 Bergleute und 10 000 Krankenschwestern nach Deutschland. Sie sollten zum einen ihre Verwandten zuhause mit einem Teil ihres in Deutschland verdienten Lohns unterstützen, zum anderen der Heimat auch ihr im deutschen Arbeitsalltag erworbenes Wissen zur Verfügung stellen. Doch der Sog des Auslands wurde für Korea zum Problem – er führte dort zu Arbeitskräftemangel. Zwischenzeitlich haben sich die Beziehungen eingependelt, Deutschland ist Koreas drittgrößter wirtschaftlicher Partner. So haben heute etwa 450 koreanische Firmen, zum Beispiel der Elektronikkonzern LG oder Kia Motors, Niederlassungen in Deutschland. Und etwa 800 deutsche Firmen sind in Korea ansässig. Rund 5300 koreanische Studenten studieren derzeit an deutschen Hochschulen.

Zur Ausstellungseröffnung waren sieben Koreaner der „ersten Generation“ gekommen. Sie waren damals unter den ersten Arbeitsimmigranten. „Arbeitsimmigrant bedeutet nichts anderes, als den Gast arbeiten zu lassen“, so Professor Dr. Heinz-Dieter Assmann, Prorektor für Strukturangelegenheiten und Internationales an der Universität Tübingen. Was die erste Generation geleistet hat, zeigen sechs „Feel Korea“-Portraitclips, die auf die Veränderungen in ihrem Leben blicken. Sie entstanden mit der Unterstützung des koreanischen Generalkonsulates in Frankfurt. Die Ausstellung kann noch bis zum 19. Dezember im Foyer der Neuen Aula besucht werden.

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Erstellt:
8. Dezember 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Dezember 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Dezember 2013, 12:00 Uhr

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