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Ausstellung erinnert an die Behinderten-Weltspiele in der Neckarstadt vor 44 Jahren
Hennes Lübbering mit Gold- und Bronzemedaillen, die er bei Behinderten-Olympia gesammelt hat. Foto: Wolfgang Risch
Olympia-Medaillen in Heidelberg geholt

Ausstellung erinnert an die Behinderten-Weltspiele in der Neckarstadt vor 44 Jahren

„Weltspiele der Gelähmten“ hieß 1972 das Großereignis in Heidelberg: Olympische Spiele für Behinderte. Hennes Lübbering war dabei.

05.08.2016
  • WOLFGANG RISCH

Hennes Lübbering war 21, als er kopfüber in die Nordsee sprang. Heute, 45 Jahre später, zeigt er stolz seine Medaillen. Lübbering brach sich 1971 bei dem Kopfsprung den fünften Halswirbel, ein Jahr später gewann er bei den olympischen Spielen der Behinderten in Heidelberg Gold im Mannschaftsbogenschießen der Rollstuhlfahrer, Bronze im 25-Meter-Rückenschwimmen und im Tischtennis-Doppel.

Die „Paralympics“ kamen später, vor 44 Jahren, am 2. August 1972, eröffnete Bundespräsident Gustav Heinemann die „Weltspiele der Gelähmten“ im soeben fertiggestellten Olympiastützpunkt Rhein-Neckar im Heidelberger Neuenheimer Feld. Der Austragungsort sei mutig gewählt gewesen, sagt Kulturbürgermeister Joachim Gerner, nach Orten wie Rom, Tel Aviv und Tokio. Und eigentlich sollten die Weltspiele 1972 in München stattfinden, wo aber „die aufkommende Kommerzialisierung des Sports der paralympischen Bewegung keinen Raum gelassen hatte“, wie Gerner sagt. Also ist Heidelberg in die Bresche gesprungen und zeigt bis Ende August im Stadtarchiv eine Ausstellung, welche den Beginn des Behindertensports in der heutigen Form dokumentiert.

Zusammengestellt worden sind die Objekte vom Stadtarchiv in Peking, dessen stellvertretende Leiterin Chen Lixin die Ausstellung im Olympiazentrum eröffnete. „From Heidelberg to Beijing“ ist diese überschrieben, zu sehen war sie dort nur für wenige Stunden, wie der Heidelberger Archivleiter Peter Blum bedauerte. Doch: „Das Olympiazentrum ist ständig ausgebucht.“ Blum reagierte umgehend und öffnete das Stadtarchiv für die Informationstafeln.

Chen kam zum ersten Mal mit dem Olympiastützpunkt am Neckar bei einem Besuch Blums in Berührung. „Nicht schlecht staunte der Leiter unseres Stadtarchivs“, sagte der Kulturbürgermeister, als ihm die Pekinger Kollegen die anlässlich der Beijing Paralympics 2008 gesammelten Schriften und Artefakte gezeigt hätten. Selbst die Kostüme der Eröffnung und Schlussfeier der Behindertenspiele 1972 seien aufbewahrt worden. „Aus dieser Begegnung entstand die Idee der Archivare in Beijing und Heidelberg zu dieser Ausstellung“, sagte Gerner.

„Der Geist der Paralympics“, den Chen ansprach, ist unübersehbar auch von kultureller Natur. Die Vize-Direktorin des Stadtarchivs in der Mega-City Peking zeigte sich beeindruckt vom kleinen Heidelberg, der Stadt, die wie kaum eine andere für die deutsche Romantik stehe. Chen sprach von einem bedeutenden Zentrum „für das geistige Leben Europas“, nannte den Philosophen Hegel, Goethe und Mark Twain, die am Neckar lebten, und ließ, wie vermutlich ausnahmslos alle anreisenden Chinesinnen und Chinesen, auch das Schloss nicht aus in ihrer Lobeshymne auf die Stadt.

Blum sagte am Rande der Ausstellungseröffnung im Heidelberger Olympiazentrum, der Behindertensport, damals „noch nicht ganz ernst genommen“, habe mittlerweile große Professionalität erreicht, auch entscheide nicht selten „bessere Technik, der bessere Ausstatter, die bessere Prothese“.

Auch Hennes Lübbering weiß um die Veränderungen im Behindertensport: „Vom Krankenbett zur Start- und Ziellinie wäre heute unmöglich.“ Möglich, sagt der Mann im Rollstuhl, der an den Paralympics 1984 in den USA, 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona teilgenommen und weitere Medaillen, auch Gold, gewonnen hat, sei gleichwohl viel, bis hin zum Marathonlauf.

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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