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Grünes Licht für grüne Zone

Ausschuss stimmt der Fahrzeug-freien Fußgängerzone zu

Die Fußgängerzone von der Neckargasse über den Holzmarkt bis zum Marktplatz soll vom Verkehr befreit werden. Der Planungsausschuss des Gemeinderats stimmte dem im Grundsatz zu. Aber noch sind viele Detailfragen zu klären.

21.10.2015
  • Sabine Lohr

Tübingen. Auffallend viel Platz hatten die Fußgänger in der Neckargasse, als die Eberhardsbrücke saniert wurde und die Zufahrt zu der Gasse deshalb gesperrt war. Der Lieferverkehr, der sonst die Gasse den ganzen Tag über nutzt, blieb draußen – und so soll es auch in Zukunft sein. Zwischen 10 und 18 Uhr soll ein Zufahrtsverbot gelten: Sowohl Päckchen und Pakete für Privatleute als auch Waren für Händler dürfen dann nur noch zwischen 5 und 10 Uhr am Morgen und zwischen 18 und 20 Uhr bis vor die Tür gefahren werden. Dasselbe gilt dann auch für den Holzmarkt, die Kirchgasse und den Marktplatz. Pakete, die außerhalb dieser Zeiten in die Altstadt geliefert werden, müssen mit Sackkarren oder anderen Transportmöglichkeiten zu den Kunden gebracht werden. Wo die Lieferwagen währenddessen stehen, muss noch geklärt werden.

Im Juni hat der Planungsausschuss das Thema nicht-öffentlich vorberaten (wir berichteten), jetzt stand es auf der öffentlichen Tagesordnung. Baubürgermeister Cord Soehlke wollte wissen, ob die Verwaltung dranbleiben oder es in die Schublade versenken solle. In der Schublade wird es jetzt nicht landen: Der Ausschuss stimmte der Idee zu, freilich gibt es noch vieles zu klären.

Eins der Probleme ist das Regelwerk für Handwerker. Für sie soll es in der grünen Zone etliche Einschränkungen geben. Einfahren dürfen nur Werkstatt- und Kundendienstfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Sobald die Maschinen abgeladen sind, müssen die Autos wieder aus der grünen Zone raus. Bei Noteinsätzen dürfen die Fahrzeuge höchstens vier Stunden stehen bleiben. Gebhart Höritzer (Tübinger Liste), selbst Handwerker, regte an, Parkplätze für Handwerker auszuweisen, was Soehlke aber ablehnte. Die Straßenverkehrsverordnung lasse das auf öffentlichen Flächen nicht zu. Stattdessen könnten Handwerker ihre Autos aber auf Anwohnerparkplätzen und im eingeschränkten Halteverbot abstellen.

Höritzers Listenkollege Ernst Gumrich wünschte sich weniger Einschränkungen für die Handwerker. „Das sind ja Tübinger, und die müssen halt tagsüber rein“, sagte er. Wesentlich wichtiger wäre es, die Paketdienste aus der Altstadt zu kriegen. Auch Dietmar Schöning (FDP) fand, es sei schon viel gewonnen, wenn man die Lieferdienste verbannen könne und diejenigen, die sowieso keine Ausnahmegenehmigung zur Durchfahrt haben.

Obwohl Soehlke eigentlich nicht über Details wie Pollerstandorte diskutieren wollte („die sind nicht systemrelevant“), ließ sich diese Debatte nicht ganz vermeiden. In der Verwaltungsvorlage sind Poller oben an der Neckargasse und direkt anschließend an der Pfleghofstraße eingezeichnet. Hannah Tiesler (SPD) plädierte dafür, die Poller unten an der Neckargasse anzubringen. „Die Lieferwagen fahren sonst unten rein, merken oben, dass zu ist, und können dann nicht wenden“, begründete sie das. Richard Heß vom Bauamt meinte dazu, die Lastwagen müssten in diesem Fall halt rückwärts wieder runterfahren. „Das machen die dann aber nur einmal.“

Als Bernd Gugel (AL/Grüne) versenkbare und ferngesteuerte Poller forderte, brach Soehlke diese Debatte ab. Dennoch bekannte Ernst Gumrich am Ende, die Tübinger Liste werde zum „striktesten Pollerbefürworter“ – derartige Absperrungen gehörten oben und unten in die Neckargasse. „Wir sind Pollerfetischisten“, sagte er.

Im nächsten Schritt will die Verwaltung herausfinden, wer in der künftigen grünen Zone zu welcher Uhrzeit und mit was beliefert wird. Dann sollen in Abstimmung mit Händlern und Gastronomen weitere Maßnahmen zur Entlastung überlegt werden.

Ausschuss stimmt der Fahrzeug-freien Fußgängerzone zu
So soll es künftig in der Neckargasse nicht mehr aussehen: Ein Lieferdienst und ein Müllfahrzeug versperren mitten am Tag den Weg. Archivbild: Metz

Die letzte Zählung der Fahrzeuge in der Fußgängerzone war im Juli und August 2011. Sie ergab, dass zwischen 10 und 16 Uhr (für diese Zeit braucht man eine Ausnahmegenehmigung) folgende Personengruppen in Fahrzeugen unterwegs waren: Insgesamt 294 Fahrzeuge, davon
  • 32 Anwohner
  • > 19 Beschäftigte
  • > 78 Lieferanten
  • > 50 Handwerker
  • > 3 Marktbeschicker
  • > 6 Sozialer Dienst
  • > 44 Rettungsdienste
  • > 62 ohne Erlaubnis
Die Verwaltung kündigte an, alle bestehenden Ausnahmegenehmigungen „auf den Prüfstand zu stellen“ und herauszufinden, welche entbehrlich sein können. Auch bei der Ausgabe dieser Genehmigungen soll künftig kritischer vorgegangen werden.

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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