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Ausmaß des Missbrauchs in Kirche erschüttert Bischof Fürst

Bischof Gebhard Fürst ist vom Ausmaß des Missbrauchs in der katholischen Kirche erschüttert

Er habe geahnt, welche Dimension die Studie «Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz» aufdecken könne, erklärte Bischof Fürst laut Mitteilung der Diözese vom Donnerstag. Dennoch seien die jetzt bekannten Ergebnisse für ihn erschreckend.

13.09.2018

Von dpa/lsw

Gebhard Fürst. Foto: Christoph Schmidt/Archiv dpa/lsw

Rottenburg/Stuttgart. Fürst ist auf einer Dienstreise im Nordirak unterwegs und will sich am Montag bei einer Pressekonferenz zu Stuttgarter Missbrauchszahlen äußern. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) wollte die Studie am 25. September vorstellen. Inhalte waren aber vorab bekanntgeworden.

Berichten von «Spiegel» und «Zeit» zufolge werden in der Studie für den Zeitraum von 1946 bis 2014 sexuelle Vergehen an 3677 überwiegend männlichen Minderjährigen protokolliert. Insgesamt 1670 Kleriker hätten diese Taten begangen. 4,4 Prozent aller Kleriker der Bistümer waren demnach mutmaßlich Missbrauchstäter. Mehr als jedes zweite Opfer sei höchstens 13 Jahre alt gewesen, in jedem sechsten Fall sei es zu Formen der Vergewaltigung gekommen.

Der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind 72 seiner Kleriker bekannt, die des Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt werden; 45 davon sind bereits gestorben. Seit 2001 würden die Akten systematisch gesichtet, hieß es. Eine tatsächliche Täterschaft habe nicht in allen Fällen nachgewiesen werden können. 1950 Personalakten seien durchgesehen worden.

Die Zahl der Opfer in Württemberg taxierte eine Sprecherin auf 100 bis 200 Personen, die nicht nur durch Kleriker der Diözese geschädigt wurden, sondern auch durch Ordensleute und Laien, etwa im Dienst der Caritas. Bis Ende August 2018 seien insgesamt rund 640 000 Euro ausbezahlt worden - in «Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde». Zusätzlich seien Therapiekosten in Höhe von rund 130 000 Euro übernommen worden.

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Erstellt:
13. September 2018, 16:08 Uhr
Aktualisiert:
13. September 2018, 16:40 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 16:40 Uhr

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