Auslöser für akute Rückenschmerzen und Hilfe für Betroffene

13.10.2020

Bild: staras/stock.adobe.com

Eine falsche, ruckartige Bewegung und schon ist er da – der Rückenschmerz. Es sticht und pocht so sehr im Rücken, dass eine aufrechte Haltung und weitere Bewegungen unter Umständen kaum mehr möglich sind. Doch was genau sind eigentlich die Auslöser für akute Rückenschmerzen? Und welche Hilfe gibt es für von Rückenleiden geplagte Personen?

Hexenschuss: Wenn der Rücken sticht und schmerzt

Umgangssprachlich bezeichnet der Begriff Hexenschuss (Lumbago) einen akuten Rückenschmerz. Betroffene beschreiben den Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule meist als bohrend, stechend oder ziehend. Nicht selten tritt er plötzlich bei einfachen Bewegungen oder nach dem Heben schwerer Lasten auf. Ursache für einen Hexenschuss ist oft eine Muskelverspannung. Auch eine Wirbelblockade kommt infrage. Eher selten ist ein Bandscheibenvorfall der Grund für einen Hexenschuss. Folgend werden die Auslöser für akute Rückenschmerzen genauer erklärt.

Muskuläre Verspannungen

Muskelverspannungen im Bereich des Rückens, Nackens oder der Schultern sind ein häufiger Auslöser für Rückenschmerzen. Zu den Verspannungen kommt es beispielsweise aufgrund von Fehlhaltungen (gekrümmte Haltung), Bewegungsmangel (stundenlanges Sitzen) oder sehr einseitigen Beanspruchung der Muskulatur (beispielsweise bei handwerklichen Tätigkeiten). Auch ständige psychische Belastung, zum Beispiel durch beruflichen Stress, und die dadurch ununterbrochen bestehende Anspannung im Körper kann dazu führen, dass Muskeln unbewusst verkrampfen. Als Folge daraus ist eine Verhärtung der betroffenen Muskulatur und die Entstehung akuter Rückenschmerzen möglich.

Wirbelblockade

Die Wirbelsäule ist essenziell für eine aufrechte Körperhaltung und gute Beweglichkeit des Körpers. Sie besteht aus einzelnen Wirbelkörpern und wird durch Bänder und die Rückenmuskulatur stabilisiert. Zu einer Wirbelblockade kommt es, wenn einzelne oder mehrere Wirbel verschoben werden und dadurch in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Ursachen für die Verschiebung der Wirbel können unter anderem eine Fehlhaltung, geschwächte Rückenmuskulatur oder Überbeanspruchung durch das Heben von schweren Lasten sein. Typisch für eine Wirbelblockade sind neben akuten Rückenschmerzen vor allem Einschränkungen in der Bewegungsfähigkeit.

Bandscheibenvorfall

Der Begriff Bandscheiben bezeichnet elastisches Knorpelgewebe, welches zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule liegt. Es fungiert als eine Art Stoßdämpfer, um ein direktes Aufeinanderreiben der Wirbelkörper zu verhindern. Die einzelnen Bandscheiben bestehen aus einem Gallertkern und einer umschließenden Faserhülle. Von einem Bandscheibenvorfall ist die Rede, wenn die Faserhülle einreißt und der Gallertkern austritt. Häufig drückt er dann auf umliegende Nerven oder das Rückenmark, wodurch sich bei Betroffenen akute Rückenschmerzen bemerkbar machen. Auch Missempfindungen wie ein Kribbeln auf der Haut, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen sind aufgrund eines Bandscheibenvorfalls denkbar, wenn sich dieser auf einen Nerv auswirkt. Mögliche Gründe für einen Bandscheibenvorfall stellen Bewegungsmangel oder Fehlbelastungen der Wirbelsäule dar.

Hilfe bei akuten Rückenschmerzen

Es gibt einiges, womit Menschen mit Rückenleiden die Schmerzen lindern können. Obwohl es im ersten Moment vielleicht widersprüchlich klingt, so ist Bewegung doch ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung akuter Rückenschmerzen. Durch körperliche Aktivität werden unter anderem Wirbelblockaden leichter gelöst und verkrampfte Muskeln gelockert. Dabei sollten sich Betroffene natürlich nicht unter Schmerzen zu sportlichen Höchstleistungen zwingen. Ein ausgiebiger Spaziergang oder sanfte Dehnübungen können bereits den erwünschten Effekt bringen.

Auch Wärmeanwendungen haben sich zur Behandlung von akuten Rückenschmerzen bewährt, da durch die Wärme die Durchblutung der Muskulatur gefördert und sich etwaige Verspannungen leichter lösen. Betroffenen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise spezielle Wärmepflaster für den Rücken oder klassische Anwendungen wie eine Wärmflasche oder ein einfaches Vollbad.

Wenn die Rückenschmerzen sehr stark sind, greifen manche Menschen zu Schmerzmitteln. Diese sind aber lediglich für die kurzzeitige Therapie geeignet, da sie nur die Symptome und nicht die Ursache behandeln und Nebenwirkungen bei längerer Anwendung nicht auszuschließen sind. Zum Einsatz kommen bei akuten Rückenschmerzen unter anderem Arzneimittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac.

Wann zum Arzt bei akuten Rückenschmerzen?

Betroffenen sei gesagt: Hinter den Auslösern für Rückenschmerzen stecken meist harmlose Ursachen wie muskuläre Verspannungen oder kurzzeitige Wirbelblockaden. Die Beschwerden halten in der Regel nur wenige Tage an und verschwinden dann wieder von selbst. Sollten die Schmerzen aber doch einmal länger andauern, ist es ratsam, einen Arzt (Allgemeinmediziner oder Orthopäden) zur genaueren Abklärung aufzusuchen. Das gilt auch, wenn der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall als Auslöser für die Rückenschmerzen besteht, da dieser unter Umständen eines chirurgischen Eingriffs bedarf.

Wenn akute Rückenschmerzen nach einem Unfall (zum Beispiel Sturz auf den Rücken) auftreten, empfiehlt es sich, immer umgehend ein Mediziner zu konsultieren, damit etwaige Verletzungen der Wirbelsäule zeitnah behandelt werden und keine Folgeschäden entstehen.

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Erstellt:
13. Oktober 2020, 12:03 Uhr
Aktualisiert:
13. Oktober 2020, 12:03 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2020, 12:03 Uhr

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