Kreis Tübingen

Ausgangssperre für Nicht-Immunisierte am Sonntag?

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende weiterhin über 500 liegen, drohen für Nichtimmunierte Menschen im Landkreis Tübingen nächtliche Ausgangsbeschränkungen.

14.01.2022

Von hz

511,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche meldete das Landesgesundheitsamt am Freitag für den Kreis Tübingen. 186 neue Fälle gab es allein seit Donnerstag. Sollte die Sieben-Tages-Inzidenz auch am Samstag über 500 liegen, wäre von Sonntag an nicht immunisierten Menschen der Aufenthalt außerhalb der Wohnung zwischen 21 und 5 Uhr nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gestattet. Als „nicht immunisiert“ gelten alle, für die keine der folgenden Möglichkeiten zutrifft: vollständig geimpft oder innerhalb der vergangenen sechs Monate per PCR positiv getestet oder vor mehr als sechs Monaten positiv getestet und geimpft. Das Landratsamt will am Wochenende über das Inkrafttreten der entsprechenden Verfügung informieren.

Der Anteil der Omikron-Variante unter den registrierten Fällen nimmt weiterhin stark zu. Insgesamt wurden im Landkreis Tübingen bislang nun 658 Omikron-Fälle nachgewiesen. Die gemeldeten Mutationsanalysen ergeben laut Behördensprecherin Martina Guizetti derzeit für Omikron einen Anteil von 90 Prozent – im Gegensatz zur Delta-Variante, deren Anteil bei 10 Prozent liegt. Zu berücksichtigen sei, dass – auch aus technischen Gründen – nicht alle Virusnachweise analysiert werden und die Analysen bisweilen mit Verzögerungen einhergehen. Die Labore müssten aufgrund der hohen Auslastung teils auf Mutationsanalysen verzichten. Laut Guizetti ist davon auszugehen, dass der tatsächliche Anteil an Omikron-Fällen im Kreis Tübingen deutlich höher ist als die offiziellen 658 Infektionen. Menschen, die sich mit der Omikronvariante infiziert haben, hätten fast ausschließlich keine schweren Krankheitsverläufe, so Guizetti: teilweise Fieber und Erkältungssymptome.

Mit der Zunahme an Infektionen werden auch wieder mehr Fälle in Pflegeheimen mitgeteilt. In einer Einrichtung hat es eine größere Häufung gegeben. Geboosterte Bewohner und das betroffene Personal haben milde Erkrankungssymptome. Zudem ist eine Kindergartengruppe von mehreren Omikron-Fällen betroffen und in Quarantäne. Insgesamt hatten sich bis Donnerstag im Kreis Tübingen 19 391 Menschen mit Sars-Cov-2 infiziert. 16 543 davon gelten als genesen. In der vergangenen Woche starben im Kreis drei weitere Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren in Zusammenhang mit Covid-19. Insgesamt gibt es 217 solcher Todesfälle. Das Gesundheitsamt hat bis Donnerstag 6093 Virusvarianten registriert (1106 in den vergangen 7 Tagen), davon 1961 Alpha B.1.17, 4 Beta B1.351, 7 Gamma P1, 3463 Delta B1.617.2 und 658 Omikron B.1.1.529.

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Erstellt:
14.01.2022, 17:30 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 16sec
zuletzt aktualisiert: 14.01.2022, 17:30 Uhr

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