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Ausflug in den Tod
Feuerwehrmänner an der Unfallstelle in Nordspanien: Ein Reisebus war auf die Gegenfahrbahn geraten, 13 Studentinnen überlebten das Unglück nicht. Foto: dpa
Bei Busunglück in Spanien sterben 13 Studentinnen - Auch Deutsche an Bord

Ausflug in den Tod

Auf der Rückkehr vom Ausflug zum Frühlingsfest in Valencia ist ein mit Studenten vollbesetzter Reisebus vor Barcelona verunglückt. 13 Frauen starben, alle anderen wurden verletzt, neun davon schwer.

21.03.2016
  • HEINZ KRIEGER UND AFP

Valencia. Victor Manuel versucht den Kopf zu schütteln. Aber das geht nicht. Er hat ein Schleudertrauma erlitten und trägt eine Stützmanschette um den Hals. "Ich weiß gar nichts mehr. Ich habe geschlafen und bin erst durch den Zusammenstoß aufgewacht", berichtet der 21-jährige Mexikaner vor Reportern. Victor ist einer der 35 Leichtverletzten beim Busunglück auf der spanischen Autobahn AP-7 auf der Höhe von Tarragona.

61 Personen waren an Bord, neun wurden schwer verletzt, 13 starben, als der Reisebus plötzlich nach links über den Mittelstreifen fuhr und umkippte, wobei er noch einen entgegenkommenden Personenwagen streifte.

Unter den Verletzten waren nach Polizeiangaben Studenten aus Deutschland, der Schweiz, Norwegen, England, der Türkei und Lateinamerika. Insgesamt seien in dem Bus 56 Studenten aus 19 Ländern unterwegs gewesen, teilte die Regionalregierung mit. Zur Identität der Opfer wurden zunächst keine offiziellen Angaben gemacht. Nach Angaben aus Regierungskreisen handelt es sich bei ihnen ausschließlich um Frauen. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte gestern Nachmittag mit, es stehe mit den Behörden vor Ort in Verbindung. "Wir können nicht ausschließen, dass auch Deutsche betroffen sind", sagte eine Sprecherin.

Er sei froh, dass es seinem Freund Hans gut gehe, sagte Victor. Der Deutsch-Peruaner saß in der Reihe vor ihm. Beide gehörten zu einer Ausflugsgruppe des Erasmus-Studentennetzwerks. Das hatte die Fahrt von Barcelona zu den berühmten "Fallas" nach Valencia organisiert. Dort werden um Mitternacht am 19. März, dem Josefstag, die riesengroßen Figuren aus Holz und Pappmaschee verbrannt, die alljährlich zu Frühlingsbeginn aufgestellt werden. Fünf Busse hatte das Studentenwerk gechartert. Sie fuhren am Samstagmorgen nach Valencia, begannen dort um 4 Uhr am Sonntag die Rückfahrt und sollten um acht Uhr im Zentrum von Barcelona eintreffen. Nur 20 Euro kostete die Fahrt, was für entsprechenden Andrang sorgte.

Wie es zu dem Unfall kam, blieb gestern zunächst unklar. Der Fahrer habe weder Alkohol noch Drogen im Blut gehabt, wurde vom Ermittlungsrichter mitgeteilt. Das Busunternehmen Autocares Alejandro erklärte, der Bus sei fast neu gewesen und der Fahrer habe mehr als 35 Jahre Erfahrung als Buslenker.

Das Unglück ereignete sich um 6 Uhr morgens nahe Freginals, einem kleinen Dorf von 400 Einwohnern. Bürgermeister Josep Roncero war einer der ersten am Unglücksort. Er zeigte sich geschockt und fragte, wie das auf dem völlig geraden Autobahnstück passieren konnte. Andererseits sei die Autobahn bei seinem Dorf bekannt als "punto negro". Roncero: "Die Strecke ist ganz gerade. Aber wenn etwas passiert, dann immer dort." Als "schwarzer Punkt" werden in Spanien Unfallschwerpunkte bezeichnet. Der Bus verunglückte bei Kilometer 333 der Autobahn AP-7. Das P steht für "peaje", also Mautgebühr. Der Abschnitt von Kilometer 330 bis 335 gilt als "punto negro".

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21.03.2016, 08:30 Uhr
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