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Bund zahlt Tunnel unter Offenburg

Ausbau der Rheintalbahn: Neue Trasse mit besserem Lärmschutz unter Dach und Fach

Der Knoten ist fast durchschlagen: Land und Bund haben sich auf Trassenverlauf und die Kosten beim weiteren Ausbau der Rheintalbahn geeinigt.

27.06.2015

Von ANDREAS BÖHME

Stuttgart Drei Stunden hat der Projektbeirat gestern getagt, Land, Bund, Region und Bürgerinitiativen fanden eine Lösung. "Historisch" nennt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Prozess, "Vorbildcharakter" bescheinigt ihm Michael Odenwald, Verkehrsstaatssekretär in Berlin, und die Bürgerinitiativen loben das Konzept für die Strecke zwischen Offenburg und Basel als Lösung mit "Lärmschutz auf höchstem Niveau". Die Änderungen verteuern das Projekt aber um schätzungsweise mehr als zwei Milliarden Euro auf voraussichtlich sieben Milliarden Euro.

Im Einzelnen: Der Güterverkehr wird durch Offenburg im Tunnel geführt. Die Mehrkosten gegenüber der zuerst beantragten Trasse betragen knapp 1,2 Milliarden Euro, die der Bund trägt. Der Tunnel ist zwar Lärmschutz pur, das Land muss sich aber nicht beteiligen, weil die ursprünglich von der Bahn gewünschte Trasse gar nicht genehmigungsfähig gewesen wäre. Ebenfalls besiegelt ist die autobahnnahe Führung der zweigleisigen Neubaustrecke für Güterzüge, die knapp eine halbe Milliarde teurer kommt als die geplante Variante.

Beschlossen ist auch eine kreuzungsfreie Verknüpfung der alten mit der neuen Strecke am Katzenbergtunnel. Damit können alle Frachtzüge durch den bereits fertiggestellten Tunnel fahren.

Die Neubaustrecke bleibt so nicht reserviert für den schnellen Personen- und Fernverkehr, sondern wird im Wesentlichen Güterzugstrecke. Ein Paradigmenwechsel, sagt Minister Hermann. Sowohl Hermann als auch Odenwald lobten die Arbeit des Projektbeirats als vorbildlich, ähnlich könne auch bei anderen Großvorhaben vorgegangen werden. Dennoch wurden nicht alle Wünsche der Region erfüllt: Zwischen Offenburg und dem Kaiserstuhl wird auf Tieferlegung ebenso verzichtet wie zwischen Müllheim und Auggen, wo die Strecke nur ein Industriegebiet durchfährt.

An allen anderen Streckenteilen, ob neu oder im Bestand, wird der Lärmschutz so ausgeführt, dass zusätzliche Maßnahmen an Häusern überflüssig werden. Die Lärmschutzwände entlang der autobahnnahen Trasse dämmen auch den Lärm der Straße. Das bringt auch den Anwohnern an der A 5 weniger Lärm. Die Häuser dort sind bisher ohne Lärmschutz. Nachts soll der Lärmpegel durch die Neubauten unter 49 Dezibel sinken.

Güterzug bei Offenburg. Geplant ist ein Tunnel unter der Stadt. Foto: dpa

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Erstellt:
27. Juni 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
27. Juni 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2015, 12:00 Uhr

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