Tübingen · Einzelhandel

Spielwaren Dauth muss nach 100 Jahren wohl schließen

„Wir schließen diese Filiale“: Der Satz auf dem Plakat ist eine Untertreibung – denn Spielwaren Dauth in Tübingen ist keine Filiale, sondern eine Institution.

16.06.2020

Von eik

Im Schaufenster ist die Schließung bereits angekündigt. Bild: Eike Freese

Das 1920 als Familienunternehmen gegründete Geschäft hat Generationen von Kindern und Eltern bespaßt, auch nachdem es 2007 von Spielwaren Kurtz aus Stuttgart übernommen wurde. Dessen heutige Muttergesellschaft wiederum, die Kanz Financial Holding, hat Insolvenz angemeldet, nachdem sie bereits seit spätestens 2017 in Schwierigkeiten steckte. Mit Corona kam es für über 40 Geschäfte plötzlich doppelt dick. Die Tübinger Mitarbeiterinnen machten das Beste daraus und verteilten desinfizierte Glasmurmeln an ihre Kunden – zur Einlasskontrolle ins Erdgeschoss des Hauses, in dem einmal die Familie von Ludwig Uhland lebte. Am Dienstag waren Filialleitung und Insolvenzverwaltung nicht zu erreichen. Üblicherweise wird bis zuletzt versucht, Käufer fürs Ganze oder einzeln erfolgversprechende Teile eines Insolvenzfalls zu finden. Zuletzt im Mai hatte sich die Insolvenzverwaltung optimistisch gezeigt, Investoren zu finden. Der Verkauf in der Hafengasse geht vorerst weiter, das Schaufenster kündigt jedoch das Ende an.

Bereits Anfang April hatte Oberbürgermeister Boris Palmer über Facebook zur Rettung des Spielwarengeschäfts Dauth in der Hafengasse aufgerufen. Auf diesen TAGBLATT-Bericht zur geplanten Dauth-Schließung reagierte Palmer am Dienstagabend ebenfalls in einem Facebook-Kommentar. „Nach meiner Info ist das nicht das Ende. Es wird an einer Nachfolgelösung gearbeitet und wenn das misslingt, können wir als Stadtgesellschaft immer noch eine Rettung organisieren“, schreib er. „Dauth muss bleiben, das ist klar.“

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Erstellt:
16. Juni 2020, 19:04 Uhr
Aktualisiert:
16. Juni 2020, 21:09 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2020, 21:09 Uhr

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