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Auf eigene Ebay-Artikel zu bieten, kann teuer werden
Versteigerung auf der Ebay-Plattform am Computer: Wer selber Gebote für eigene Waren abgibt, macht sich strafbar. Foto: x
Bundesgerichtshof prangert tricksenden Verkäufer und „Abbruchjäger“ an

Auf eigene Ebay-Artikel zu bieten, kann teuer werden

Wer auf sein eigenes Angebot bei Ebay bietet, begeht Unrecht. Auch „Abbruchjäger“, die auf Regelverstöße anderer hoffen, riskieren viel Geld.

25.08.2016
  • DPA

Karlsruhe. Ebay-Verkäufer, die um die eigene Ware mitbieten und den Preis in die Höhe treiben, kann das teuer zu stehen kommen. Einem unterlegenen Mitbieter in einer derart manipulierten Auktion sprach der Bundesgerichtshof (BGH) 16 500 EUR Schadenersatz zu.

Der Kläger, der nun Schadenersatz bekommt, hatte 1,50 EUR für einen gebrauchten VW Golf im Wert von 16 500 EUR geboten. Mit dem Verkäufer, der von einem zweiten Konto selbst mitbot, steigerte er sich über eine Ebay-Funktion bis zu einem Kaufpreis von 17 000 EUR in die Höhe. Die Karlsruher Richter erklärten die Eigengebote des Anbieters für unzulässig – und damit die 1,50 EUR zum höchsten gültigen Gebot zum Auktionsende. Weil inzwischen jemand Anderes das Auto gekauft hat, bekommt er Geld. (Az. VIII ZR 100/15)

Die Vorsitzende Richterin Karin Milger betonte, Ebay-Nutzern müsse klar sein, dass sie sich nicht im rechtsfreien Raum bewegten. Verkäufern riet sie dringend, sich das hohe Risiko vor Augen zu führen, wenn sie etwa ein Auto zum Startpreis von 1 EUR bei Ebay einstellten. Sie habe manchmal den Eindruck, „dass der eine oder andere Anbieter sehr blauäugig an die Sache herangeht“.

Ebay begrüßte die Entscheidung. Von einem weiteren Urteil zu „Abbruchjägern“ zeigte sich Ebay aber enttäuscht. Die Richter hatten die Schadenersatz-Klage eines verdächtigen Nutzers bereits aus formalen Gründen als unzulässig abgewiesen (Az. VIII ZR 182/15). „Wir bedauern, dass aus diesem Grund vom BGH keine klaren Kriterien aufgestellt wurden, um die erforderliche Rechtssicherheit zu schaffen“.

In dem zweiten Fall stellte der BGH erstmals klar, dass sich „Abbruchjäger“ rechtsmissbräuchlich verhalten. Das sind Bieter, die sich nur an Auktionen beteiligen, um bei regelwidrigen Rückziehern klagen zu können.„Abbruchjäger“ schlagen Profit daraus, dass Verkäufer ihre Auktion nur im Ausnahmefall abbrechen dürfen. Sie beteiligen sich ohne echtes Interesse an der Ware mit kleinem Einsatz an Auktionen, um Anbieter bei einem unzulässigen Rückzieher verklagen zu können.

In der Vorinstanz hatte das Landgericht Görlitz die Klage des Bieters als rechtsmissbräuchlich abgewiesen – unter anderem weil er seine wahre Identität versteckt hatte.

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25.08.2016, 06:00 Uhr
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