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Auf der Überholspur

23.08.2019

Von HAJO ZENKER/NBR

Auf Blaulicht setzen staugeplagte Iraner. Foto: dpa

Wer in einer Mangelwirtschaft aufwächst, wird schnell erfinderisch, um den Alltag erträglicher zu machen. Das war im Osten Deutschlands so. Und das ist heute im Iran so. Wobei es der Hauptstadt Teheran trotz aller Sanktionen an einem nicht mangelt – an Stau nämlich. Denn auch wenn Neuwagen aus heimischer oder chinesischer Produktion für viele Iraner immer unerschwinglicher werden – Benzin ist unschlagbar günstig.

Und so stehen viele Teheraner tagtäglich im Stau. Einige davon durchaus gern, weil junge Leute angesichts der im Gottesstaat allgegenwärtigen Sittenwächter von Auto zu Auto ungefährdeter flirten können als anderswo. Die meisten Iraner aber sind vom Stau so genervt wie jeder Deutsche auch. Und so tauchten in den vergangenen Monaten plötzlich immer mehr Wagen privater Rettungsdienste auf. Denn im Iran dürfen Krankenwagen die Busspur benutzen, um schneller voranzukommen. Was eine Marktlücke für gar nicht kranke, aber eilige Iraner auftut. Auf der Überholspur am Stau vorbei. Diese spezielle Beförderung kann sich natürlich nicht jeder leisten. Schauspieler und andere Promis sind laut des Amtes für private Krankenwagen in erster Linie die Delinquenten, die mit Geld und Gefälligkeiten die Rettungswagenfahrer als Chauffeure missbrauchen.

Was einmal wieder zeigt: Prominenz rettet vor allem sich selbst. Egal, ob in einer Überfluss- oder einer Mangelwirtschaft. Hajo Zenker

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Erstellt:
23. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 06:00 Uhr

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