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Literatur

Auf der Jagd nach den Lesern

Der Buchmesse geht es gut, dem Buch weniger. In Frankfurt wird nach Lösungen gesucht.

10.10.2018
  • DPA

Frankfurt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse ein Europa „der vielen Identitäten“ beschworen. Jeder könne zugleich Deutscher, Italiener und Europäer sein, sagte sie beim Eröffnungsfestakt. Niemand habe nur eine Identität: „Die Vielfalt ist Teil von uns.“ Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) appellierte an die Buchmesse, zum „Manifest der Freiheit“ zu werden. Sie dürfe nicht nur ein Marktplatz sein, sondern müsse für Meinungs- und Lesefreiheit eintreten. Die weltweit größte Buchmesse hat im 70. Jahr ihres Bestehens die Menschenrechte in den Mittelpunkt gestellt.

Die Buchbranche will nach Wegen suchen, um abgewanderte Leser zurückzugewinnen. Verlage und Buchhändler arbeiteten hart daran, „das Buch wieder stärker zu den Menschen zu bringen“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. Trotz rückläufigen Umsatzes verspürt der Dachverband Aufbruchstimmung. „Auch die Buch-Abwanderer schätzen das Buch und haben Sehnsucht danach“, sagte Riethmüller. „Jedoch kommen sie im hektischen Alltag, gestresst durch Social Media und abgelenkt durch andere Unterhaltungsformate, weniger zum Lesen.“ In den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete die deutsche Buchbranche ein Minus von 1,1 Prozent beim Umsatz. Bereits im vergangenen Jahr waren die Erlöse um 1,6 Prozent auf 9,13 Milliarden Euro zurückgegangen. Riethmüller zeigte sich aber optimistisch, dass der Handel durch ein starkes Herbst- und Weihnachtsgeschäft ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen könne.

Die nigerianisch-amerikanische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie warb für Vielfalt in der Literatur. „Wir brauchen eine große Bandbreite von Stimmen“, sagte sie. „Nicht um politisch korrekt zu sein, sondern weil wir genau sein wollen.“ Ehrengast der Messe ist in diesem Jahr Georgien, dessen Ministerpräsident Mamuka Bakhtadze sagte, Europa habe Georgien am stärksten geprägt, auch wenn sein Land an der Schnittstelle zu Asien liege. Die Zahl der Aussteller ist im Vergleich zu 2017 gewachsen: 7500 Aussteller aus 110 Ländern sind dabei. Die weltgrößte Bücherschau dauert bis Sonntag. dpa

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10.10.2018, 06:00 Uhr
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