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Absatz auf Rekordhoch - Die Konkurrenz ist aber ein Quäntchen besser

Audi startet Aufholjagd

Als erste VW-Tochter hat Audi gestern seine Bilanz vorgelegt. Trotz eines Rekordabsatzes fiel Audi hinter BMW und Daimler zurück, auch der Gewinn sank. Nun will die Marke mit den vier Ringen wieder aufholen.

04.03.2016
  • ANDREAS BÖHME

Ingolstadt. Der Vorsprung durch Technik hält genau 300 Meter weit. Bis dahin beschleunigt der Audi Q7 TDI eindeutig schneller als die Konkurrenz. Der gestern bei der Bilanzpressekonferenz präsentierte Über-SUV schafft das dank der hinreichenden Motorisierung von 435 PS aus acht Zylindern und drei Turboladern. Allerdings eben nur auf der kurzen Distanz, danach hebt der Wettbewerber ab. Nein, kein Modell von den Rivalen Mercedes oder BMW, die haben Audi auf dem Boden überholt. Für den Q7 wären sie nach Ansicht von Vorstandschef Rupert Stadler aber keine "würdigen Gegner" mehr. Das neueste Modell tritt deshalb gegen einen Alpha-Jet an, auf der Startbahn eines Flughafens. Am Boden bleibt er der Sieger. Und ja, der neueste Audi wird von einem Dieselmotor angetrieben.

Diesel, da war doch was? Zur Vergangenheitsbewältigung will Stadler kein großes Wort mehr verlieren, Nachfrager verweist er auf Ende April, wenn der Vorstand des Mutterkonzerns VW die firmeninternen Ermittlungsergebnisse zum Dieselskandal erläutert. 90 Prozent der Audi-Motoren ließen sich durch neue Software, der Rest durch ein kleines Plastikteil nachbessern. Allein für die USA wurden rund 230 Mio. EUR zurückgestellt, um den dort verkauften Dreiliter-Diesel zu ertüchtigen.

Dem Geschäft tat der Skandal um manipulierte Abgaswerte allerdings kaum Abbruch: gerade in den USA, nach China und Deutschland der drittwichtigste Markt für das bayerisch/baden-württembergische Unternehmen, konnte Audi im vergangenen Jahr sogar um mehr als 11 Prozent zulegen. Seit 2010 wurde der Absatz auf diesem Markt glatt verdoppelt - nicht zuletzt wegen des als "clean" propagierten Dieselmotors. Auch wenn Mercedes knapp vorbeizog und Audi im süddeutschen Premium-Terzett nach BMW und Daimler nun auf Rang drei liegt, war es mit weltweit mehr als 1,8 Mio. Autos doch das beste Absatzjahr der Firmengeschichte.

Davon profitieren nicht zuletzt die Mitarbeiter, die im Durchschnitt eine Gratifikation von 5420 EUR bekommen. Das ist zwar zum zweiten Mal weniger als im Vorjahr, aber der Kreis der Anspruchsberechtigten wuchs: 4000 Mitarbeiter wurden 2015 eingestellt, heuer sollen weitere 1200 hinzukommen. In Neckarsulm arbeiten zurzeit knapp 16 000.

Der Diesel ist und bleibt ein hocheffizientes Triebwerk, "selbstverständlich" werde man die Offensive für den Selbstzünder auf dem US-Markt fortführen, versichert Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter. "Die Kunden sind sehr zufrieden, sie wissen, dass wir das in Ordnung bringen." Das Interesse sei im Übrigen nicht nur in den USA hoch, sondern auch in Japan: Noch 2016 werden die ersten Audi-Diesel dann auch in Fernost in den Verkaufsräumen stehen. "Diese Technologie", so Stadler, "wird uns noch die nächsten 20 Jahre begleiten."

Und dann? Bis Ende des Jahrzehnts stehen bei Audi rund 60 unterschiedliche Modelle und Varianten im Katalog. Wenigstens ein Fünftel davon soll elektrisch oder zumindest teilelektrisch fahren. Bloß: "Der Großteil der Kunden hat mit elektrischen Antrieben Null Erfahrung." Da könnte der Staat wohl helfen, formuliert Stadler vorsichtig: Die Industrie sei in enorme Vorleistung getreten, jetzt beobachte man, dass die Nachfrage dort schneller steigt, wo Elektroautos staatlich subventioniert würden.

Neben der Digitalisierung und der Vernetzung von Mobilitätskonzepten gehört die Zukunft dem emissionsfreien Fahren, weiß auch Stadler, trotz all der feinen Dieseltechnik. Für 2018 verspricht er den ersten vollelektrischen Großserien-Audi, der samt den Batterien in Brüssel gebaut wird. Zwar kommen die Zellen noch aus Fernost, aber das kann sich ändern. Nicht jeder Hersteller muss dazu das Rad neu erfinden: "Die Zukunft ist voller Kooperationen", sagt Stadler und erinnert an die Übernahme des Kartendienstes Here, wo die Premiumhersteller schon zueinander fanden.

Den Vorsprung, eben noch mit der Technik des vor gut 120 Jahren erfundenen Dieselmotors herausgefahren, definiert Stadler neu: Audi werde zur digitalen Automarke, "das neue Premium ist digital und vernetzt". Natürlich emissionsfrei.

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04.03.2016, 08:30 Uhr
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