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Facebook-Skandal

Auch viele Deutsche betroffen

Der Datenmissbrauch tangiert deutlich mehr Nutzer des sozialen Netzwerks als bisher bekannt.

06.04.2018
  • IGOR STEINLE

Berlin. Der Skandal um die unerlaubte Datenweitergabe bei Facebook geht weiter. Und zwar in größerem Ausmaß als bisher angenommen: Daten von bis zu 87 Millionen Menschen könnten an die Analysefirma Cambridge Analytica geflossen sein, teilte das Online-Netzwerk mit. Bislang hatte Facebook 50 Millionen Betroffene zugegeben.

Cambridge Analytica hatte im US-Wahlkampf für den damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump gearbeitet. Das Unternehmen wird verdächtigt, anhand dieser unrechtmäßig erlangten Daten gezielte Wahlwerbung für Trump geschaltet zu haben. Die Verantwortlichen bestreiten dies. Mit 70 Millionen stammen die meisten betroffenen Nutzer jedoch aus den USA. In Deutschland sind bis zu 310 000 Facebook-Anwender betroffen. Cambridge Analytica erwarb die persönlichen Daten der Nutzer von den Entwicklern einer Umfrage-App, die auf Facebook geteilt wurde. Weil nicht nur die Daten der Umfrage-Teilnehmer selbst, sondern auch die ihrer Facebook-Freunde gesammelt wurden, kommt durch einen Schneeball-Effekt die hohe Zahl an Datensätzen zustande. In Deutschland beteiligten sich lediglich 65 Nutzer an der App.

Politiker machen Druck

Aus der Politik bekommt der US-Konzern scharfen Gegenwind. Nächste Woche soll sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress rechtfertigen. Auch die EU-Kommission will mit Verantwortlichen sprechen. Der netzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Jarzombek (CDU), wirft dem Unternehmen eine „Salami-Taktik“ vor: „Ich finde das Verhalten komplett unglaubwürdig. Facebook wusste von Anfang an, wie viele Nutzer betroffen sind“, sagte er der SÜDWEST PRESSE. Er fordert Facebook auf, betroffene Anwender endlich zu informieren.

Facebook-Vertreter hatten dies vergangene Woche bei einem Treffen mit Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) zugesagt. Geschehen ist diesbezüglich allerdings noch nichts. „Ich erwarte, dass das Unternehmen diesem Versprechen umgehend und gewissenhaft nachkommt“, bekräftigte Barley gestern nochmal. Die Ministerin warf dem Netzwerk Intransparenz vor.

Tatsächlich bleibt unklar, ob es der einzige Fall ist, in dem Daten auf diese Art und Weise abgeflossen sind. „Angesichts der Tatsache, dass über Jahre tausende externe Zugriffe auf die Daten der Nutzerinnen und Nutzer gewährt wurden, ist davon auszugehen, dass dieser Skandal nur die Spitze des Eisbergs ist“, befürchtet Konstantin von Notz, Netzexperte bei den Grünen. Er fordert die Regierung auf, „endlich eine aktive Rolle“ bei der Aufklärung des Datenmissbrauchs einzunehmen. Jarzombek sieht die deutschen Datenschutzbehörden in der Pflicht, Strafmaßnahmen einzuleiten. Igor Steinle

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06.04.2018, 06:00 Uhr
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