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Auch samstags am Ball
In manchen Regionen Hallen-Engpässe durch Flüchtlingsquartiere

Auch samstags am Ball

Wo Flüchtlinge in Sporthalleneinziehen müssen, ist kein Schul- und Vereinssport mehr möglich. Bei der Suche nach kreativen Lösungen sollen nun Berater helfen. Ausfallen soll der Schulsport jedenfalls nicht.

04.12.2015
  • MICHAEL BEUTHER UTE GALLBRONNER

Stuttgart. In immer mehr Sporthallen ziehen Flüchtlinge ein, und sie bleiben nicht nur für wenige Tage und Wochen. Mittlerweile sind die Hallen vielerorts längerfristig als Unterkunft fest eingeplant. Dies hat die Schulbehörden auf den Plan gerufen. Das Kultusministerium hat Regierungspräsidien und Kommunen darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, den Sportunterricht auch unter den erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten.

Die Schulen im Bereich des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart haben einen langen Brief mit empfohlenen Maßnahmen erhalten, in dem „Kreativität aller Beteiligten“ gefordert wird. Zusammenrücken, Anmieten, Freiluftsport - wenn es nicht anders geht, könne Unterricht auch samstags stattfinden.

In Ravensburg ist man notgedrungen kreativ. Die Stadt rechnet damit, dass die kreiseigenen Hallen der beruflichen Schulen und der Leutkircher Geschwister-Scholl-Schule „mindestens bis zu den Sommerferien 2016“ belegt bleiben werden. Das ist nur ein Beispiel, etwa 50 Sporthallen sind nach Auskunft des Württembergischen Landesportbundes (WLSB) in seinem Bereich aktuell gesperrt, viele in der Bodenseeregion.

Die Situation birgt natürlich Konfliktstoff. Zumal sich die Hallen-Situation im Spätherbst nochmals verschärft hat, da viele Freiluftsportler wie Fußballer oder Leichtathleten nun ebenfalls in den Hallen trainieren. Der vorhandene Platz wird immer knapper.

„Wir begrüßen es sehr, dass sich das Kultusministerium des Themas annimmt“, sagt der Vorsitzende des Landeselternbeirates, Carsten Rees: „Das brennt vielen Eltern auf den Nägeln.“ Auch wenn es sicher manch einen gebe, der sich freut, wenn er sich nicht bewegen muss und die Stunden einfach ausfallen: „Sport ist ein reguläres Unterrichtsfach.“ Besonders bei Jugendlichen, die es als Profilfach haben oder die Sportnote für ihre Abschlusszeugnisse brauchen, sei dringend Handlungsbedarf gegeben. Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem sei die Sportlehrerausbildung: Wer sein Staatsexamen macht, muss die entsprechenden Prüfungen ablegen. Dafür werden natürlich Hallenkapazitäten gebraucht.

Kreative Lösungen sollen nun gefunden werden, eine Task Force dabei helfen und Berater aus Stuttgart vor Ort tätig werden. Denn eine Pauschallösung fürs ganze Land gibt es nicht. Im Schreiben des RP Stuttgart wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Schulen alle Belegungszeiten ausschöpfen sollen - also täglich bis 18 Uhr und zur Not eben auch am Samstag. Tatsächlich darf 14-tägig an Samstagen immer noch unterrichtet werden. Die Entscheidung liegt bei der jeweiligen Schulkonferenz, in der Lehrer, Eltern und Schüler vertreten sind.

Schulsport am späten Nachmittag und am Samstag - das würde die Vereine gleich doppelt treffen. Noch mehr Hallenzeiten wären weg, in manchen Sportarten der Spielbetrieb gefährdet. Rechtlich gesehen hätten sie aber keine Chance, sie müssten weichen. Das weiß auch Thomas Müller, WLSB-Pressesprecher: „Die Bereitschaft der Vereine, vorübergehend zurückzutreten, ist da, es darf aber keine Dauerlösung sein.“ Sonst käme mancher Klub in die Bredouille: Keine Halle, kein Training, keine Beiträge.

Doch nicht jede Region ist gleichermaßen betroffen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass bald alle Schüler samstags in die Schule marschieren oder abends ihre Reck-Note machen. In manchen Landkreisen und Städten kommt man ganz ohne Hallen aus oder nutzt sie nur kurzfristig. Da macht eher Sorgen, dass von heute auf morgen belegt wird und man schnell improvisieren muss.

In Ravensburg ist man zusammengerückt. So nimmt das private Bildungszentrum St. Konrad die Gymnasiasten der beruflichen Schulen auf, damit zumindest der prüfungsrelevante Sportunterricht gehalten werden kann. Im bayerischen Neu-Ulm, wo auch mehrere Hallen belegt sind, dürfen die Kinder der nahegelegenen Schulen ins neue Turnzentrum des TSV Pfuhl. An anderen Orten wird mehr geschwommen, mancher Sportlehrer handelt nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung - Kicken und Laufen könne man den Schülern durchaus auch im Winter zumuten.

Im Schreiben des RP Stuttgart wird auch auf diese Möglichkeit hingewiesen, zudem darauf, dass man sich in Fitnessstudios oder Tennishallen einmieten oder auch Gemeinschaftsräume nutzen könne. Theorieunterricht sei zudem „immer möglich“. Das wiederum werden viele Schüler nicht gern hören.

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04.12.2015, 08:30 Uhr
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