Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Freude und Erwartungen

Auch Konservative finden es gut, dass Hermann Minister wird

Dass ein CDU-Minister, wie Friedhelm Repnik von 1998 bis 2004, aus dem konservativen Rottenburg kam, war standesgemäß. Nun wird ein waschechter Rottenburger Landesverkehrsminister – aber er ist ein Grüner. Trotzdem Grund für Lokalpatriotismus.

07.05.2011

Von Gert Fleischer

Rottenburg. Kann man auch als eher CDU-naher Rottenburger stolz sein, dass mit Hermann erneut ein Minister aus der Bischofsstadt kommt? „Ich denke schon“, sagt Hermann Kessler, der frühere Kaufmännische Leiter der Stadtwerke und nie in einer Partei. „Wenn jemand aus der eigenen Gemeinde stammt, ist das immer etwas Positives.“. Man könne dann davon ausgehen, dass er nicht ganz gegen deren Interessen agiere.

„Überhaupt kein Problem“ hat Gunther Diehl, Chef der Hohenbergschule und Geschäftsführender Rektor für die Schulen der Raumschaft Rottenburg, mit Hermann als Minister, „auch wenn er die andere Farbe hat“. Diehl, frühere CDU-Kreisrat, kennt Hermann schon aus Schulzeiten vom Eugen-Bolz-Gymnasium.„Besten Kontakt“ habe er zu ihm, wenn er ihn bei dessen Besuchen in Rottenburg trifft. „Ein bissl Bedauernis“ hegt Diehl für den Minister, denn mit Stuttgart 21 habe er einen gordischen Knoten zu lösen. Als Minister müsse Hermann „ministrabel sein, nicht sektiererisch einseitig“.

Dorothée Märkle-Sambeth, viele Jahre Vorsitzende des Rottenburger Gesamtelternbeirats, ist „nicht stolz – ich freu? mich halt“. Hermann sei „echt sympathisch“, und obwohl sie selbst seit mehr als 40 Jahren SPD-Mitglied ist, gab sie ihm zuletzt ihre Stimme: „Besonders wegen Stuttgart 21“. Hermann sei sich „immer treu geblieben, auch wenn er dafür manchmal in seiner Partei Schwierigkeiten bekam“. Von ihrem jüngsten Bruder wisse sie, dass Hermann im Eugen-Bolz-Gymnasium Schülersprecher war, dass er also schon früh Verantwortung übernahm.

Alt-OB Winfried Löffler war stets lokalpatriotisch gesonnen. 1987, bei seiner Wiederkandidatur als OB, hatte er Winfried Hermann (und Helmut Palmer) als Gegenkandidaten: „Er war ein fairer Gegner.“ Hermann kam damals auf fast 17 Prozent. Jetzt wird er Minister. „Ich werd? ihm gratulieren“, sagt Löffler. Und er werde mit einem „uralten Anliegen“ an ihn herantreten: die Elektrifizierung der Bahnlinie Tübingen-Horb. Löffler: „Bei den bisherigen Ministern bin ich immer auf taube Ohren gestoßen. Ich bin gespannt, ob Winfried Hermann etwas für seine Heimatstadt tun kann.“

Johannes Schick ist Hausmeister an der Schule St. Klara; er war Stadtrat für die Grüne Liste und aus Sympathie für Winfried Hermann einige Jahre auch Grünen-Mitglied. Er begrüße es, dass Hermann aus Berlin zurückkehrt ins Land, quasi zu den Wurzeln. Hermann war Landtagsabgeordneter, als Schick ihn 1987 kennenlernte. Es sei mutig von Hermann, den Posten, der mit Stuttgart 21 verbunden ist, zu übernehmen. Winfried Kretschmann, der künftige Ministerpräsident, habe „auf Kompetenz gesetzt“.

Bernhard Herrmann, Ortschaftsrat in Kiebingen und CDU-Mann, ist 12 Jahr jünger als Winfried Hermann und kennt ihn nicht aus der Jugendzeit. Ein Minister könne seine Heimat nicht bevorzugen, sagt Herrmann. Aber er hofft, das der neue Landesverkehrsminister die geplante, ganz nah an Kiebingen vorbeiführende Bundesstraße 28 „noch mal auf den Prüfstand stellt“ und dann dem Bund, der sie finanziert, andere Projekte als vorrangig empfiehlt. In diesem Fall hofft Herrmann, dass die Grünen „durchsetzen, was sie immer gefordert haben“.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Mai 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Mai 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2011, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+