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Gallische Pizza

„Asterix in Italien“ seit dieser Woche im Handel

Mit einer Auflage von 1,7 Millionen Exemplaren geht die deutsche Ausgabe von „Asterix in Italien“ an den Start. Der erste Verkaufstag läuft blendend.

20.10.2017
  • HELMUT PUSCH

Paris. Sie gehen weg wie warme Semmeln, die neuen Abenteuer der beiden gallischen Helden Asterix und Obelix, die gestern in den Handel gekommen sind. „Asterix in Italien“ heißt der neue Band. Er ist insgesamt die Nummer 37 und der dritte, der vom Zeichner Didier Conrad und dem Texter Jean-Yves Ferri stammt.

Dieser Band hat das Zeug, der erfolgreichste dieses Duos zu werden. Die Stuttgarter Wittwer-Buchhandlungen melden, dass die Nachfrage schon Tage vor dem gestrigen Erstverkaufstag stark war. Der Langenauer Buchhändler Thomas Mahr, der im vergangenen Jahr zum Buchhändler des Jahres gekürt wurde, hat fast doppelt so viele Exemplare am ersten Tag verkauft wie bei Band 36. 370 Millionen Alben wurden von Asterix und Obelix bislang weltweit verkauft. Die deutsche Ausgabe von „Asterix in Italien“ hat eine Startauflage von 1,7 Millionen.

Alle Straßen führen nach Rom, und alle haben Schlaglöcher. Kein Wunder, schließlich hat der für den Straßenerhalt zuständige Senator Lactus Bifidus die dafür vorgesehenen Sesterzen unterschlagen. Wer da so genau nachgerechnet hat, ist der Senatskollege Quartalsabschlus. So beginnt der neue Asterix-Band „Asterix in Italien“.

Der Titel ist Programm, denn der gallische Held Asterix und sein dicker Freund Obelix waren zwar schon öfter in Rom, das restliche Italien war aber irgendwie nie ein Thema. Wird es aber jetzt. Denn um von seinen Unterschlagungen abzulenken, hat Lactus Bifidus eine durchschlagende Idee. Er ruft ein Streitwagenrennen quer über die italienische Halbinsel aus, das beweisen soll, wie gut die römischen Straßen sind. Teilnehmen darf jeder Bürger des römischen Reichs, auch Barbaren – und die gallischen Freunde machen mit.

Eine wunderbare Konstellation für Ferri und Conrad, mit allerlei Klischees zu spielen. Das Rennen startet (natürlich) in Modicia (Monza), führt über Parma, Sena Julia (Siena), Pisae, Florentia über Rom nach Neapolis. Und natürlich stoßen die Gallier da auf allerlei Besonderheiten: etwa Möbel aus Mediolanum (Mailand), deren Schreiner auch Kleidung näht, und Schinken, der in ganz dünnen Scheiben genossen wird, was Obelix zu einer seiner üblichen Tiraden veranlasst: „Die spinnen die Italiker. Schinken in Scheiben. Wieso nicht gleich zu Krümeln geriebener Käse?“ Und neben Wein aus verzierten Amphoren, die verdächtig nach Korbflaschen aussehen, stoßen die beiden auch auf gebackene Teigscheiben und haben davon auch ein paar im Gepäck, als sie in Neapolis ankommen. Die Scheiben sind nicht so ganz nach dem Geschmack des Wildschweinliebhabers Obelix, es sei denn, man würde sie mit einer würzigen Soße. . .  Doch halt! Die Tomate wird erst 1700 Jahre später in Italien ankommen. Die Pasta ist allerdings schon da.

Und auch die Teilnehmer des Rennens sind wandelnde Klischees, die Goten tragen Pickelhauben, die Lusitanier haben die Ruhe weg, die Angelsachsen trinken immer noch heißes Wasser, als hätten die Gallier ihnen nicht schon längst mal diese kraftspendenden Teeblätter vorbeigebracht („Asterix bei den Briten“), und die Sklaven, die im Auftrag des Senators Lactus Bifidus die Wagen der Teilnehmer sabotieren, damit ein Römer gewinnt, sind markomannische Sklaven, denn die verstehen was von Fahrzeugen. Markomannen? Die Nachfahren dieser „Südgermanen“ siedeln heute an Rhein und Neckar.

Info „Asterix in Italien“ erscheint als Softcover bei Ehapa (6,90 Euro) und als Hardcover bei der Egmont Comic Collection (12 Euro).

„Asterix in Italien“ seit dieser Woche im Handel
Holger Fündling. Foto: SWP
Drei Fragen an den Asterix-Experten Holger Fündling

1 Im letzten Band gab es politische Anspielungen etwa auf Whistleblower. Sitzen die Anspielungen auf den modernen Profisport in „Asterix in Italien“ ähnlich gut? Ich denke schon. Bei dem Wagenrennen geht es natürlich weniger um die Antike als um die Auswüchse unserer Zeit. Finanzierte Sportwerbung, industrielle Interessen, mafiöse Verstrickungen. Viel, viel Geld und mehr oder weniger fairer Wettkampf. Es wird klar gesagt: Das ist Big Business, es geht nicht um faires, diszipliniertes Athletentum.

2 Gibt es historische Vorläufer für eine Rallye quer durch das Land? Kein bisschen! Es gab zwar Langstreckenläufe, aber die wurden nie aus sportlichen Gründen unternommen, sondern waren aus der Not geboren.

3 Italien, das lernen wir in dem neuen Band, war ein Vielvölkerland. Entspricht das den Tatsachen? Zu Cäsars Zeiten ist genau das ein Problem. Als er zur faktischen Alleinherrschaft kommt, liegt der letzte Bürgerkrieg, in dem es um ethnische Fragen ging, erst 40 Jahre zurück. Letztlich löst erst Augustus dieses Problem – mit einer genialen, wenn auch nicht ganz aufrichtigen Identifikation: Rom ist gleich Italien, römische Geschichte ist die Geschichte ganz Italiens. ⇥kna

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20.10.2017, 06:00 Uhr
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