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Aras sieht Einfluss islamischer Verbände kritisch
Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Foto: dpa
Religion

Aras sieht Einfluss islamischer Verbände kritisch

Die Präsidentin des Stuttgarter Landtags wirbt für einen staatlichen Islam-Unterricht.

17.07.2017
  • EPD

Stuttgart. Islamische Verbände sollten nach Meinung der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) weniger Einfluss auf die Politik haben. „Wir müssen uns von der Konzentration auf diese Verbände lösen“, sagte Aras am Freitagabend in Stuttgart bei einer Podiumsdiskussion im Landtag. Islamische Verbände seien oft von ausländischen Staaten bestimmt, und deren „Diktat“ dürfe man nicht zulassen.

Aras warb für einen staatlichen islamischen Religionsunterricht. „Wir haben zu lange die Augen davor verschlossen, was mit jungen Menschen passiert, die nicht einer christlichen Religion angehören“, sagte sie. Ein Teil dieser Kinder sei Hinterhof-Moscheen überlassen worden. Außerdem sprach sich die Grünen-Politikerin für Ethikunterricht schon ab der ersten Klasse aus, was aber derzeit nicht finanzierbar sei.

Der katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf von der Universität Münster berichtete, beim dortigen Zentrum für Islamische Theologie hätten muslimische Verbände „ganz viel kaputt gemacht“. Einige bekämpften jede von ihrer Sicht abweichende Auslegung des Koran. Wolf sprach sich für gemeinsame Projekte von christlichen und islamischen Theologen an Hochschulen aus. Die muslimische Theologie müsse universitäres Niveau erreichen, andernfalls habe sie an der Uni keinen Platz.

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, äußerte Vorbehalte gegen die Einrichtung Runder Tische der Religionen durch das baden-württembergische Integrationsministerium. Zwar müsse es einen Dialog der Religionen geben, um auch wichtige theologische Fragen zu besprechen. Doch sei bei der Einladung durch ein staatliches Ministerium unklar, wer die Tagesordnung bestimme, wer die Themen festsetze und wer im Prozess die Federführung habe, sagte der Bischof.

Anlass der Debatte war die Vorstellung des Sammelbands „Staat und Kirche seit der Reformation“, das die baden-württembergische Landeszentrale für politische Bildung herausgegeben hat. Verschiedene Autoren spüren darin gesellschaftlich-religiösen Entwicklungen im Südwesten seit dem frühen 16. Jahrhundert nach. epd

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17.07.2017, 06:00 Uhr
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