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Apps auf dem Smartphone hören mit
Wird das Fernsehverhalten ausgewertet? Foto: dpa
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Apps auf dem Smartphone hören mit

Um Werbung zielgerichteter schalten zu können, belauschen Programme die Umgebung ihrer Nutzer.

04.01.2018
  • IGOR STEINLE

Berlin. Es ist ein Verdacht, den viele Smartphone-Nutzer seit langem hegen: Weil sie im Internet Werbung über Produkte angezeigt bekommen, über die sie sich kürzlich unterhalten haben – aber nie online gesucht haben – glauben sie, von ihrem Smartphone belauscht zu werden. Dieser Verdacht bekommt nun neues Futter: Einem Medienbericht zufolge nehmen mehr als 1000 Apps ihre Umgebungsgeräusche auf, um sie für Werbezwecke auszuwerten.

Laut „New York Times“ sammelt eine Software des Start-ups „Alphonso“ Daten über das Fernseh- und Kinoverhalten seiner Nutzer. Die amerikanische Tageszeitung machte vor allem Spiele-Apps unter den Anwendungen aus, die Alphonsos Software verwenden. Nach Angaben des Alphonso-Chefs Ashish Chordia seien aber auch Social-Media-Apps und Messenger unter den Kunden des Unternehmens.

Die Software soll mittels des Smartphone-Mikrofons in der Lage sein herauszufinden, welche Sendungen und Werbespots Menschen im Fernsehen anschauen. Diese Daten kann sie mit Orten, die die Nutzer besuchten, in Verbindung bringen. Anhand der Informationen ist es schließlich möglich, Werbeanzeigen im Internet präziser zu individualisieren. Man könne auch auswerten, welche Anzeigen oder Spots Menschen tatsächlich bewogen haben, zum Beispiel ein Autohaus aufzusuchen.

Gespräche zeichnet die Software laut Alphonso nicht auf. Datenschützer allerdings sind skeptisch: „Wenn sie die Umgebungsgeräusche analysieren, erfassen sie auch das gesprochene Wort“, sagt der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar der SÜDWEST PRESSE. „Und das ist Lauschen.“

Überprüfen könne man die Aussagen der Unternehmen nicht. Caspar hatte bisher Facebook im Verdacht, die Gespräche seiner Nutzer mittels der App auszuwerten. Im November hatte er angekündigt, die App auf eine solche Funktion hin überprüfen zu lassen. Bisher liegen noch keine Ergebnisse vor. Igor Steinle

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04.01.2018, 06:00 Uhr
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