Medizin

Apothekerverband fordert höhere Vergütung

Maskenverkauf, Corona-Tests und Impfstoffabgabe: In der Krise gibt es immer mehr zu tun.

11.06.2021

Von JULIA KLING

Apotheken sind mehr ins Bewusstsein gerückt. Foto: Gerald Matzka/dpa

Berlin. Das Ansehen der Apotheker hierzulande ist im vergangenen Jahr gestiegen. Dieses Fazit zog Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, am Donnerstag in Berlin. Die infolge der Pandemie angefallen zusätzlichen Aufgaben, wie die Abgabe von Schutzmasken und Impfdosen oder auch die Durchführung der Antigen-Test haben jedoch auch zu einer deutlich stärkeren Belastung der bundesweit 18 750 Apotheken geführt. „Von uns wird erwartet, dass wir alles tun, um die Pandemie zu bekämpfen“, sagte Dittrich.

Diesen Auftrag erfüllten die Apotheker gern. „Im Gegenzug fordern wir jedoch eine angemessene Entlohnung.“ Derzeit erhielten Apotheker pro abgegebenem Impfstoff-Fläschchen 6,58 Euro. Das sei „weit entfernt von den tatsächlich in den Apotheken anfallenden Kosten“. Dittrich forderte die Politik auf, die Vergütung anzupassen. Zudem bedürfe es einer einheitlichen steurrechtlichen Regelung für gleiche Leistungen. Bislang seien Heilberufe nur vordergründig mit Ärzten gleichgestellt.

Versandhandel legt zu

Insgesamt konnten die öffentlichen Apotheken ein „ungewohnt gutes wirtschaftliches Jahr“ verzeichnen, wie Eckart Bauer von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) erklärte. 2020 setzten die Apotheken laut ABDA knapp 1,3 Milliarden Arzneimittelpackungen ab. Der Anteil rezeptpflichtiger Medikamente stieg demzufolge von 55,3 auf 57,8 Prozent. Der Umsatz legte von zuletzt 54,2 Milliarden Euro auf 56,7 Milliarden Euro zu, obwohl die Zahl der Apotheken weiter rückläufig ist. Allein in diesem Jahr schlossen 103 Einrichtungen, während lediglich 21 neu eröffnet wurden. „Leider ist der Rückgang der Betriebsstätten eine Sache, die sich unabhängig von der Pandemie fortgesetzt hat“, sagte ABDA-Geschäftsführerin Claudia Korf. Der Trend zur Marktkonzentration und zur Filialisierung halte weiter an. Der Rückgang der Abgabe rezeptfreier Arzneimittel sei auch auf das Ausbleiben der üblichen Grippewelle aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen zurückzuführen, sagte Claudia Korf. „Zudem sind die Bürger dem Appell der Politik nachgekommen und haben sich gegen Grippe impfen lassen“, sagte Korf. Insgesamt sei 2020 die Abgabe um 18 Prozent gestiegen.

Zudem hätten sich die Kunden vor allem zu Beginn der Pandmie häufig über Versandhändler mit Schmerz- und Grippemitteln versorgt. Der Anteil des Versandhandels in der Branche steigt stetig. Jede fünfte Verpackung wurde 2020 online bestellt und versendet – meist von ausländischen Online-Apotheken. Julia Kling

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Erstellt:
11. Juni 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Juni 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2021, 06:00 Uhr

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