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Das heimische „Netzwerk Streuobst“ hat viel vor

Apfelwoche zum Apfelfest

Dass Mössingen nicht zur Hauptstadt des „Streuobstparadieses“ wurde, sondern Bad Urach, hat sie nicht unbedingt traurig gestimmt. Die örtlichen Netzwerker haben selber viele neue Ideen – im Herbst wollen sie etwa eine „Apfelwoche“ organisieren.

06.06.2012

Von Ernst Bauer

Mössingen. Mössinger Apfelsaft, gemeinsame Bürgeraktion „Mössinger ernten Mössinger“ – auch der Oberbürgermeister hat mitangepackt –, Panoramaweg Streuobst mit herrlichem Blick auf Stadt und Umland: Das „Netzwerk Streuobst“ (siehe auch Kästle) hat in der aufgeblühten Blumenstadt in den letzten Jahre einiges zuwege gebracht. „Es hat sich viel verändert in den sieben Jahren“, sagt Ulrich Eder, 50, „seit es das Netzwerk gibt. Wo es früher schwieriger war, etwas zu bewegen, rennen wir jetzt doch oft offene Türen ein.“ Offene Rathaustüren zum Beispiel.

So erging es den Netzwerkern, die jetzt zu uns in die Redaktion kamen („wir sind der harte Kern“), vor kurzem jedenfalls, als sie mit ihrer Idee, aus dem Apfelfest gleich eine ganze Apfelwoche zu machen, bei den Verantwortlichen der Stadt vorstellig wurden. Sabine Mall-Eder, 39, von Beruf Landschaftsplanerin (ihr Ehemann ist Werbe- und Computerfachmann): „Wir sind auf große Resonanz gestoßen – fast als hätten sie gewartet, dass man so etwas macht!“

Die Idee ist zwar noch nicht ganz ausgegoren. Doch so viel steht fest: „Ganz Mössingen“ soll mitmachen. Es soll mit den Erntegottesdiensten am 30. September anfangen und mit dem beliebten Apfelfest am 7. Oktober enden. Dazwischen sollen einige „Leuchttürme“ für Highlights sorgen, Mössinger Gastronomen etwa mit speziellen Apfelgerichten, die LG Steinlach mit einem Apfellauf, die Lichtspiele mit dem dänischen Spielfilm „Adams Äpfel“ – Läden, Bücherei, Bürgerkünstler wollen auch mitmischen; alle Bürger/innen sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Bei der Stadt waren sie „regelrecht begeistert“.

„Wider Erwarten haben wir überall offene Türen eingerannt“, freut sich Hans G. Wener, 65, Vorsitzender des Mössinger Obst- und Gartenbauvereins – der, wie seine Mitstreiter im Netzwerk, mit gutem Beispiel vorangeht, was die Pflege der wertvollen Streuobstwiesen anlangt, der oft vernachlässigten städtischen Allmendteile, von denen jeder welche pachten kann. Wener, ein „Fan der Oeschbergkrone“, hat sein Teil gleich bei der ersten Tafel am Panoramaweg. „Es ist ein bissle Nostalgie dabei“, räumt er ein. Aber als seine Schwiegerleute jetzt erstmals dort waren, haben sie nicht schlecht gestaunt: „Das ist ja ganz toll, da kann man von Bänkle zu Bänkle laufen.“

Das Netzwerk plant, animiert durch den Erfolg des Mössinger Apfelsaftes und die letztjährige Rekordernte, auch weitere Produkte auf den Markt zu bringen. Die heimischen Äpfel, findet Wener, müssten eh besser vermarktet werden. Die bürgerschaftliche Ernteaktion im Herbst soll wiederholt und ausgebaut werden. Man will auch mit Schülern Äpfel ernten – mit Kindergärten wird bereits gemostet. Mittelfristiges Ziel ist, junge Leute im Bundesfreiwilligendienst zu gewinnen. Und auch ohne Geschäftsstelle sind sich die Netzwerker sicher, dass Mössingen im kreisübergreifenden Streuobstparadies „durchaus eine gewichtige Rolle spielt“.

Info Zur geplanten Apfelwoche vom 30. September bis 7. Oktober ruft das Netzwerk auf: „Wer auch immer noch Ideen hat – Leute meldet euch!“ Per E-Mail: apfelwoche@netzwerk-streuobst.de; oder telefonisch bei der Stadt: 0 74 73 / 370-112 (bis 31. Juli).

Der „harte Kern“ des Mössinger Netzwerkes Streuobst: (von links) Hans G. Wener, Sabine Mall-Eder, Ulrich Eder und Tochter Ivalu, 4.

Das „Netzwerk Streuobst“ ist kein vereinsgebundener, sondern ein loser
Zusammenschluss verschiedenster Projektpartner: von der Agendagruppe „Anders älter werden“ über die Obst- und Gartenbauvereine und den Nabu bis zum Mehrgenerationenhaus. Es ging aus dem Praxisprojekt „Pflege der Mössinger Streuobstwiesen“ des Netzwerkes Naturschutz beim Regierungspräsidium Tübingen hervor.
Das Netzwerk Streuobst ist inzwischen unter dem Vereinsdach des Mössinger Bürgerbüros MuT – Mitverantwortung und Teilnahme – angesiedelt (siehe auch www.moessingen.org), einem Vorläufer der Mössinger Agenda-Bewegung, bei der seit Anfang der 1990er Jahre mehr als ein Dutzend Gruppen und Vereine aus dem Boden sprossen; viele sind nach wie vor aktiv, seit der großen Bilanz im Mai 2011 im Gemeinderat warten viele aber auch auf neue Impulse zur Bürgerbeteiligung seitens der Stadt, etwa durch Bürgerräte.

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Erstellt:
6. Juni 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Juni 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Juni 2012, 12:00 Uhr

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