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Antoine Monot: Zwischen dem "Tech-Nick" und seriösem Schauspiel
Antoine Monot sieht sich selbst als "liebenswerten Verlierer". Foto: © Josef Fischnaller
"Bin nicht nur Werbefuzzi"

Antoine Monot: Zwischen dem "Tech-Nick" und seriösem Schauspiel

Die Rolle in den Werbespots eines Elektronikfachmarktes machte ihn berühmt: Schauspieler Antoine Monot jr. über seinen Ruhm als Reklamefigur "Tech-Nick" und warum er so gerne Verlierer spielt.

03.12.2015
  • CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Als Werbefigur namens "Tech-Nick" in Spots für einen Elektronikmarkt sind Sie sehr populär geworden. Hatten Sie diesen Hype erwartet?

ANTOINE MONOT: Nein, ich hatte im Leben nicht damit gerechnet. Ich hatte davor ja schon Werbung gemacht, ich war anderthalb Jahre Testimonial für ein Telekommunikationsunternehmen, aber das hat keinen Hype ausgelöst. Wenn Sie sich überlegen, wie viele Werbefiguren es im Fernsehen gibt - dass ausgerechnet diese so einschlägt, damit konnte ich nicht rechnen.

Ist es nicht merkwürdig, wenn man nach vielen Jahren mit ernsthafter schauspielerischer Arbeit plötzlich mit Werbespots so bekannt wird?

MONOT: Ich muss dazu sagen, dass die Drehs sehr komplex sind. Die lustigen Filme werden mit sehr viel Aufwand produziert, das unterscheidet sich für mich gar nicht von etwas Fiktionalem, das ich drehe - der Unterschied ist nur, dass auf meinem Hemdkragen der Schriftzug des Elektronikmarktes steht. Das Ganze zeigt außerdem: Für einen Schauspieler wird es heute immer schwieriger, in der großen Vielfalt von Medien überhaupt wahrgenommen zu werden. So etwas, wie es mir passiert ist, mit der Tech-Nick-Rolle jeden Tag in den Wohnzimmern der Menschen zu sein, hat mir zu einem irren Schub verholfen. Ich bin wahnsinnig dankbar für die Popularität, die ich dadurch bekommen habe.

Ist das Werbe-Image denn gar nicht im Weg, wenn es darum geht, ernsthafte Rollen zu spielen?

MONOT: Im Gegenteil. Es hat mir eine sehr große Bekanntheit verschafft, mir werden jetzt viel mehr Rollen angeboten, ich darf aus einer großen Vielfalt auswählen. Außerdem weiß in der Branche jeder, dass ich nicht nur ein Werbefuzzi bin, sondern auch ernsthaft kann. Sonst hätte ich zum Beispiel nicht im Schweizer "Tatort" gespielt.

Aber wurde nicht nach Ihrer Rolle als Heckenschütze in dem vielbeachteten Krimi in den sozialen Medien über den ungewohnten Auftritt von Tech-Nick gespottet?

MONOT: Die Leute haben nicht gespottet, sondern im Internet wahnsinnig lustige Bemerkungen gemacht. Da stand zum Beispiel: "Ich werde nie wieder zu einem Elektronikverkäufer sagen: ,Schießen Sie los " - ich habe mich wirklich köstlich amüsiert über diese Späße.

In der ZDF-Comedyreihe "Sketch History" schlüpfen Sie verschiedenste Rollen.

MONOT: Ich spiele einen Offizier bei der Meuterei auf der "Bounty", ich spiele die Päpstin, ich bin ein Ritter der Tafelrunde. Das hat schon viel Spaß gemacht.

Bringt das Publikum genug historisches Wissen mit, um über solche Bildungsscherze lachen zu können?

MONOT: Zum einen sind wir, glaube ich, mit der Sendung im ZDF genau richtig angesiedelt. Da gibt es ein historisch interessiertes Publikum, das die einschlägigen Wissensformate anschaut. Zum anderen haben wir aus den historischen Epochen Stoffe ausgewählt, die wirklich jeder kennt. Johanna von Orleans, die Ritter der Tafelrunde, John F. Kennedy - von denen hat jeder schon mal gehört. Selbst wenn ich nicht allzu viel wissen sollte über Napoleon, weiß ich aber doch: Das war ein kleiner Typ, der immer die Hand im Hemd stecken hatte.

Wer was dazulernen will, ist bei Ihnen falsch?

MONOT: Wir können vielleicht den Anstoß liefern, mal bei Wikipedia was nachzulesen, aber wir sind kein Bildungsfernsehen. In allererster Linie wollen wir die Zuschauer auf eine intelligente Art zum Lachen bringen, die Leute sollen sich zurücklehnen und Spaß haben. Wir nehmen zwar historische Themen, aber wir wollen damit unterhalten.

Welche historische Persönlichkeit würden Sie gerne kennenlernen?

MONOT: Marilyn Monroe würde ich wahnsinnig gerne mal treffen, Romy Schneider finde ich ganz spannend, Tschaikowski und Klaus Mann. Menschen, die zwar auf ihre Art und Weise Weltstars waren, die aber anscheinend nie richtig glücklich wurden, verloren wirkten, sich in dem Leben, in dem sie waren, falsch gefühlt haben. Diese innere Zerrissenheit finde ich spannend.

Sie sagen in Interviews ja auch, dass Ihr eigenes Rollenfach der "Loveable Loser", der liebenswerte Verlierer ist.

MONOT: Jedes Unternehmen muss sich überlegen: Was zeichnet mich aus? Was ist das Spezielle an mir? Das war eine sorgfältige Suche nach meinem Alleinstellungsmerkmal.

Info "Sketch History - Neues von gestern" startet morgen, 4. Dezember, um 23 Uhr im ZDF.

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03.12.2015, 08:30 Uhr
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