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Anschub per Umweg
Romantisch ist Wertheim - hier von der Tauber aus gesehen - ohne Frage. Nun kann sie diesen Pluspunkt touristisch noch besser vermarkten. Foto: Imago
Zwölf Jahre musste Wertheim auf die Romantische Straße warten

Anschub per Umweg

Eine Routenänderung der Romantischen Straße verhilft Wertheim zum Schub im Tourismus. Auch bei Kreuzfahrern wird die Stadt an Main und Tauber immer beliebter. Eine dritte Anlegestelle ist notwendig.

28.12.2015
  • HANS GEORG FRANK

Wertheim. Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: Wertheim liegt ab 1. Januar 2016 an der Romantischen Straße, der beliebtesten und bekanntesten Ausflugsroute der Republik. "Das ist ein Riesenerfolg", jubelte Oberbürgermeister Stefan Mikulicz (CDU). Seine Stadt werde durch "die Bereicherung in vielerlei Hinsicht" als Tourismusstandort "einen neuen Schub bekommen". Zwei Versuche, 2003 und 2006, im Kreis der 28 Städte an der 413 Kilometer langen Erlebnisstrecke zwischen Würzburg und Füssen akzeptiert zu werden, sind gescheitert. 2004 wurde immerhin die Schnäppchensiedlung "Wertheim Village" mit jährlich 2,2 Millionen Besuchern wenigstens als förderndes Mitglied berücksichtigt.

"Ich habe nie verstanden, warum Wertheim nicht aufgenommen wurde", sagte Jürgen Wünschenmeyer der SÜDWEST PRESSE. Er führt seit 2000 die Geschäfte der Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Dinkelsbühl. Wegen ihres Flairs und ihrer Lage hätte sich die Stadt von jeher "hervorragend eingefügt". Als der Verlauf 1950 festgelegt worden sei, vermutet der Manager, sei die Streckenführung über Wertheim "versäumt worden".

Der Stadt muss die Aufwertung jährlich 15 000 Euro wert sein. Dieser Mitgliedsbeitrag werde sich "für Wertheim auf jeden Fall rechnen", ist OB Mikulicz überzeugt. Denn als Etappenort der weltweit bekannten Ferienroute werde Wertheim noch stärker zum Ziel internationaler Gäste. "Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Kultureinrichtungen, sie alle werden davon profitieren", meint der Stadtchef.

Bislang führte die Romantische Straße von Würzburg direkt nach Tauberbischofsheim. Künftig werden die Ausflügler nicht mehr durch Großrinderfeld, dafür über den Weinort Dertingen, den Stadtteil Urphar mit seiner bedeutenden Wehrkirche nach Wertheim und am Kloster Bronnbach vorbei durch das Taubertal gelenkt. Für Mikulicz ist dies "ein landschaftlich viel reizvollerer Umweg".

Nicht nur auf der Romantischen Straße und auf den dazugehörenden Wander- und Radwegen werden mehr Besucher erwartet. Auch die Kreuzfahrer legen immer häufiger in Wertheim an. In diesem Jahr stoppten 622 Schiffe, 100 mehr als 2014 und mehr als doppelt so viele wie 2005. Zwei Anlegestellen reichen nicht mehr aus. Die Reederei Viking wird deshalb wohl im Frühjahr 2016 einen zusätzlichen Steg errichten. Dann, schätzt Christiane Förster von der städtischen Tourismusgesellschaft, könnten jährlich bis zu 800 Schiffe Halt machen. Ihr liegen schon Anfragen von Firmen vor, die bisher keinen Anlegeplatz bekommen hatten.

Für Ausflüge der zumeist ausländischen Kreuzfahrer ist Wertheim nach Überzeugung der Touristikerin geradezu ideal. " Einmalige Lage am Zusammenfluss von Main und Tauber, eine der größten Burgruinen Süddeutschlands, dazu kleinparzellig und überschaubar - hier können sich die Schiffsgäste alleine bewegen", sagt Christiane Förster.

Wer doch ein bisschen mehr von der Gegend und ihren besten Produkten kennen lernen möchte, den schickt sie auf die von ihr ausbaldowerte "Route der Genüsse". 64 Stationen hat diese, die sich auf sechs Abschnitte verteilen. Dort gibt es Wein, Destillate, Kaffee, Bier, Tabakwaren, Fische, Schokolade, dazu Bauernläden, Besenwirtschaften, Gasthäuser, Hotels und für die innere Einkehr die Meditation in einem früheren Kloster.

Eigentlich könnte Christiane Förster, seit Juli 2011 im Amt, zufrieden sei. Doch das Angebot an Unterkünften reicht ihr nicht. Es fehlt nicht nur ein Ersatz für die geschlossene Jugendherberge. Auch ein Spitzenhotel mit Wellnessbereich gibt es nicht. Dabei stellten die neuerdings umworbenen Schweizer hohe Ansprüche. OB Mikulicz glaubt, dass ein solcher Betrieb mit 100 Betten ausgelastet wäre. "Wir arbeiten daran", versichert Förster. Sie hofft auf die Eröffnung im Jahr 2018.

25 Millionen Ausflügler zwischen Main und Alpen

Bedeutung Die Romantische Straße, die vom Main aus südwärts bis zu den Alpen führt, gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland. Unter den Top 100 belegt die Route derzeit Platz 10. In den Etappenorten wie Weikersheim, Rothenburg ob der Tauber und Nördlingen werden jährlich 5,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Die Zahl der Tagesausflügler wird auf 25 Millionen pro Jahr geschätzt.

Geschichte Die Ferienstraße mitten durch die frühere US-Besatzungszone sollte vor allem Touristen aus Amerika den Reichtum der abendländischen Geschichte, Kunst und Kultur vor Augen führen. In mittelalterlichen Orten wurde ein „Zurück in alte Zeiten“ versprochen, als erst wenige Menschen überhaupt ein eigenes Auto hatten. hgf

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28.12.2015, 08:30 Uhr
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