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Anschlag mitten in London
Videoaufnahmen zeigen das Wrack des Autos, mit dem der Angreifer mehrere Menschen überfahren hatte. Foto: ITN/dpa
Gewalt

Anschlag mitten in London

Am Jahrestag der Attentate von Brüssel tötet ein Angreifer mehrere Menschen vor dem Parlament der britischen Hauptstadt. Die Polizei vermutet einen Terrorakt.

23.03.2017
  • DPA/AFP

London. Bei dem Anschlag in London sind nach Angaben der Polizei vier Menschen getötet und mindestens 20 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern seien auch der Attentäter und ein Polizist, teilte die Polizei mit. Der Angreifer hatte mit einem Auto Fußgänger auf der Westminster Bridge angefahren und dann vor dem nahegelegenen Parlament einen Polizisten angegriffen..

Die Polizei stufte die Angriffe als Terroranschläge ein. Offen blieb zunächst, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelte. Premierministerin Theresa May bestellte das Sicherheitskabinett ein. Sicherheitsberater und Geheimdienstvertreter, Rettungskräfte und Politiker kamen zusammen. Das britische Unterhaus hatte zuvor seine Sitzung unterbrochen.

Unter den Verletzten sind mindestens drei französische Schüler, wie das französische Außenministerium in Paris mitteilte. Unklar blieb zunächst, ob auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sind.

Der Anschlag von London ereignete sich auf den Tag genau ein Jahr nach den Terrorattacken von Brüssel. Drei islamistische Selbstmordattentäter rissen am 22. März 2016 am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen mit in den Tod.

In Luftaufnahmen war zu sehen, wie mehrere Menschen auf der Westminster-Brücke vor dem britischen Parlament am Boden lagen und behandelt wurden. Eine Frau wurde verletzt, aber lebend aus der Themse gerettet. Ein Autowrack war auf dem Fußgängerweg vor dem Zaun des Parlamentsgeländes zu sehen. Weite Teile des Regierungsviertels waren abgesperrt.

Königin Elizabeth II. hielt sich während der mutmaßlichen Terrorangriffe am Londoner Parlament im Buckingham-Palast auf. Ein Palastsprecher äußerte sich nicht zu konkreten Sicherheitsmaßnahmen und verwies auf die Polizei. Die Nachrichtenagentur PA berichtete, dass die Tore geschlossen seien und bewaffnete Polizisten die Zugänge bewachten. Als Reaktion auf die mutmaßlichen Terrorangriffe hat das Regionalparlament in Schottland die für Mittwochabend vorgesehene Abstimmung über ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum verschoben.

Kanzlerin Angela Merkel reagierte bestürzt auf die mutmaßlichen Terroranschläge und sagte den Briten Solidarität im Anti-Terror-Kampf zu. „Auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens“, erklärte Merkel in Berlin. dpa/afp

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23.03.2017, 06:00 Uhr
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