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Anonymus

Anonymus

Roland Emmerich lüftet kostüm-dramatisch das Geheimnis um Shakespeares angeblichen Ghostwriter.

Jetzt im Kino: Wer war William Shakespeare wirklich - "Anonymus"

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Jetzt im Kino: Wer war William Shakespeare wirklich - "Anonymus" --

01:53 min

GB

Regie: Roland Emmerich
Mit: Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Joely Richardson, David Thewlis

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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07.11.2011
  • Wilhelm Triebold

Siehe auch: Ein Münchner Neurologe begründet seine Shakespeare-Theorie

Sind Shakespeares Werke nun sein oder nicht sein? Kann ein minderbemittelter Schauspieler, der nicht anderes im Kopf hat als Weiber, Wein und dumme Sprüche, solch ein überwältigendes Werk von 36 Dramen, zwei Erzählgedichten und über 150 Sonetten hinterlassen? Natürlich nicht, weshalb sich Hollywoodregisseur Roland Emmerich in den Reigen der Skeptiker einreiht. Um die Autorschaft wird mindestens so erbittert gestritten wie um Stuttgart 21, wobei inzwischen der hochadlige Edward de Vere, 17. Earl of Oxford, die Nase vorn hat. Ein gebildeter und ausgebildeter Feingeist aus dem Hofstaat der Elisabeth I., der Verskunst zugeneigt: Auch Sigmund Freud hielt ihn übrigens für den wahren „Shakespeare“, und für einen verkappten Hamlet dazu.

So lässt ihn auch Emmerich durch sein digital aufgepepptes Alt-London wandeln: Angekränkelt von des Gedankens Blässe, ein sensibler und etwas blasierter Beobachter des Trubels und der Ranküne um ihn herum, der anonym (oder eben per Strohmann aus dem närrischen Theatervolk) zurückschlägt. Mit den Waffen des Wortes, der Poesie als politischem Gegenmittel.

Emmerichs Dilemma: Er illustriert, welch elitäre, aristokratische Weltsicht „Shakespeares“ Werk zugrunde liegt. Gleichzeitig soll der Pöbel per Dichterparole zum Aufstand gegen finstre Kräfte der herrschenden Klasse aufgestachelt werden – Klassenkampf um die Krone. Am liebsten möchte er „den ganzen Shakespeare“ in den Film packen: Komödie, Historiendrama, Tragödie, alles ist eins, mit vielen Belegen, Querverweisen, Beweismitteln aus Stücken. Die blühende Phantasie fügt Inzest zu den Intrigen hinzu, und fertig ist die herzhafte Mördergrube. Was bleibt, ist Königin Elisabeths (Vanessa Redgraves) kindlich erleuchtetes Gesicht im Schauspielglück. Und ein Bild, wie Tausende Globe-Zuschauer metropolishaft in Richtung Bühne gesogen werden. Theater als Unmittelbares: Eins zu Null gegenüber dem Kino.

Vielleicht sollte Roland Emmerich mal am Theater inszenieren, seiner heimlichen Liebe.

Spielplan

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07.11.2011, 12:00 Uhr | geändert: 11.11.2011, 12:00 Uhr
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