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Kali + Salz

Anklage gegen Vorstandschef

Schwarzer Tag für Kali-Produzent K+S: Die Staatsanwaltschaft klagt Konzernchef und Aufsichtsratschef wegen Gewässerverunreinigung an.

05.03.2016
  • DPA

Kassel/Meiningen. Weil der Kali-Produzent K+S über Jahre Trinkwasser mit Salzabwasser verunreinigt haben soll, sind K+S-Chef Norbert Steiner und der Aufsichtsratsvorsitzende Ralf Bethke angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meiningen wirft ihnen Gewässerverunreinigung und unerlaubten Umgang mit Abfällen vor.

Die Anklage war bereits seit einiger Zeit bekannt, nun bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass sich die Vorwürfe auch gegen die beiden Topmanager richten. Angeklagt sind insgesamt 14 K+S-Mitarbeiter, darunter auch weitere Vorstandsmitglieder, sowie zwei Mitarbeiter und ein ehemaliger Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. K+S wollte sich dazu nicht äußern. Im September 2015 hatten Ermittler wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung Büro- und Geschäftsräume von K+S sowie zwei Privathäuser durchsucht.

Es geht um 9,5 Mio. Kubikmeter Salzabwasser, die K+S von 1999 bis 2007 in eine poröse Gesteinsschicht unter der thüringischen Gemeinde Gerstungen gepumpt haben soll. Dadurch habe K+S das "vorkommende natürliche Salzwasser, aber auch das Trinkwasser nachhaltig verunreinigt", so die Auffassung der Staatsanwaltschaft.

Das Salzabwasser fällt bei der Kali-Produktion für Düngemittel an. Die Genehmigung für die Versenkung erteilte das Landesbergamt. Der Staatsanwaltschaft zufolge muss K+S und der Behörde bewusst gewesen sein, "dass die Genehmigungen rechtlich nicht zu vertreten gewesen sind". Zudem habe den Beteiligten klar sein müssen, dass einige Gutachten falsch seien. Diese Gutachten waren zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Verunreinigung des Grundwassers auszuschließen sei und ein Anstieg des Salzgehaltes in einigen Messstellen nichts mit der Versenkung zu tun habe.

Das Unternehmen hält die Vorwürfe für unbegründet und die erteilten Genehmigungen für rechtmäßig. "Die fortlaufende Prüfung durch eine externe Kanzlei im Auftrag des Unternehmens in den vergangenen Monaten hat ergeben, dass keine Anhaltspunkte für strafbares Verhalten vorliegen", teilte K+S mit. Das Landgericht Meiningen muss prüfen, ob es ein Hauptverfahren eröffnet. Bis zur Entscheidung werde noch einige Zeit vergehen, teilte das Gericht mit.

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05.03.2016, 08:30 Uhr
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