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Prozess gegen Familienvater

Anklage fordert lange Haftstrafe für Messerattacke

23.08.2016
  • CARSTEN MUTH

Memmingen. Im Prozess gegen einen Familienvater aus dem Alb-Donau-Kreis ist die Staatsanwaltschaft vom Vorwurf des versuchten Mordes abgerückt. Sie bewertet die Messerattacke des 29-Jährigen auf seine Schwiegermutter als gefährliche Körperverletzung. Der Anklagevertreter forderte gestern in seinem Plädoyer sieben Jahre und zwei Monate Haft für den Angeklagten. Die Verteidigung schloss sich der Einschätzung weitgehend an. Sie hielt vier Jahre Gefängnis für tat- und schuldangemessen. Die Nebenklägerin widersprach: Für sie hat sich der Angeklagte des versuchten Mordes schuldig gemacht.

Der Vater zweier Kinder hatte im Oktober 2015 sieben Mal auf seine Schwiegermutter eingestochen und diese dabei lebensgefährlich verletzt. Das Opfer, eine siebenfache Mutter aus dem Kreis Günzburg in Bayern, leidet noch heute unter den Folgen der Tat.

Als Tatmotive nannte der Staatsanwalt Hass, Rache und Verlustangst. Der 29-Jährige habe seine Schwiegermutter für das Scheitern seiner Ehe verantwortlich gemacht und Angst davor gehabt, seine Kinder zu verlieren. Der mutmaßliche Täter sei brutal und heimtückisch vorgegangen. Der Umstand, dass der Mann nach der Tat selbst die Polizei gerufen und damit die Rettung seines Opfers ermöglicht habe, wertete der Ankläger als strafmildernd.

Das Urteil wird für kommenden Donnerstag erwartet.

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23.08.2016, 06:00 Uhr
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