Tübingen

Angst um jeden Preis

Die Pandemie – und wann sie vorbei sein könnte – bleibt Thema der Leserbriefe.

29.06.2020

Von Prof. Dr. Christoph Hueck, Tübingen

Am 13. Juni habe ich auf der Querdenken-Demo in Tübingen gesagt, dass die Corona-Pandemie in Asien und Europa so gut wie vorbei ist, wofür ich von Lesern angegriffen wurde. Die Zahlen in Deutschland zeigen beispielhaft: Seit Anfang Mai haben wir nur noch einige hundert tägliche Neuinfektionen und eine kontinuierlich abnehmende Zahl von Todesfällen (Quelle: Worldometer), nicht viel mehr als die tägliche Zahl der Verkehrstoten.

Die Bundesregierung möchte den Pandemie-Zustand jedoch so lange aufrecht erhalten, bis es einen Impfstoff gibt. Das kann noch lange dauern, wenn er wirklich wirksam und sicher sein soll. - Weiterhin sagte ich, dass zwar die absoluten Todeszahlen in verschiedenen Ländern unterschiedlich sind, der Verlauf der Pandemie aber gleich war (vier Wochen Anstieg der Todesfälle, dann allmähliches Abfallen). Die unterschiedlichen Lockdown Maßnahmen der Länder haben wohl die absolute Zahl der Todesfälle beeinflusst, aber nicht oder nur geringfügig den relativen Verlauf.

Dieser Verlauf liegt möglicherweise an einer unspezifischen Herdenimmunität, die viel früher erreicht sein könnte, als in epidemiologischen Modellen angenommen wird.

Vor allem aber sagte ich, dass das Sterben doch auch zum Leben dazu gehört, und dass man es letztlich nicht der menschlichen Machbarkeit und Kontrolle unterwerfen kann. Das durch Lockdown vermiedene Leiden kommt an anderer Stelle wieder hervor. Das wäre eine sachlichere Haltung zur Corona-Pandemie als Angst und Vermeidung um jeden Preis.

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Erstellt:
29. Juni 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Juni 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2020, 01:00 Uhr

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