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Prozessauftakt

Angeklagter gesteht Angriff

Der 34-Jährige lässt über seinen Anwalt beteuern, dass er seine Freundin nicht töten wollte.

17.02.2018
  • ULRICH WILLENBERG

Heidelberg. Als Julia B. eines gewaltsamen Todes stirbt, ist sie erst 26. Ihr Lebensgefährte soll sie getötet und die Leiche nahe der A 5 versteckt haben. Erst Wochen später wird sie entdeckt. Seit Freitag muss sich der 34-jährige Deutsche wegen Totschlags vor dem Heidelberger Landgericht verantworten.

Julias Mutter und ihre beiden jüngeren Töchter treten als Nebenklägerinnen auf. Ein Bild der Getöteten haben sie vor sich auf den Tisch gestellt. „Es geht allen sehr, sehr schlecht“, sagt Anwalt Michael Harschneck. Der Familie gegenüber sitzt der schmächtige Johann N., der wegen Totschlags angeklagt ist.

Der Einzelhandelskaufmann lässt seine Verteidigerin Inga Berg eine Erklärung verlesen: „Ich habe den Tod von Julia zu verantworten“, heißt es darin. Und: „Das lastet schwer auf mir.“ Es sei eine „glückliche Beziehung“ gewesen, doch zuletzt sei Julia immer verschlossener geworden. Am 11. August letzten Jahres habe er ein Telefonat belauscht, in dem sie über einen anderen Mann redet. In der Nacht durchsucht er ihr Smartphone und findet den Chat mit einem Mann, den sie besuchen will. Am anderen Morgen habe er Julia zur Rede gestellt und ihr in einem Gerangel einen „kräftigen Schlag“ gegen den Kopf versetzt. Sie sei rückwärts umgefallen und reglos liegengeblieben. Er bringt die Leiche im Kofferraum ihres Geschäftswagens zur Autobahnausfahrt Zwingenberg. So der Tatablauf aus Sicht des Angeklagten. Julia B.s Leiche wird erst am 1. September entdeckt.

Sachen vor die Tür geknallt

Oberstaatsanwältin Kerstin Anderson geht davon aus, dass der Angeklagte die Frau nicht nur geschlagen hat. Er habe Julia B. gewürgt oder ihr „durch sonstige Gewalteinwirkung“ über Minuten die Luft zum Atmen genommen.

Davon ist in der Aussage von Johann N. keine die Rede. „Mein Mandant bestreitet das vehement“, sagt Mitverteidiger Steffen Lindberg.

Die Mutter von Julia B. wird als erste Zeugin gehört. Mehrfach bricht die 47-Jährige in Tränen aus, als sie über ihre getötete Tochter spricht. Zuverlässig und hilfsbereit sei sie gewesen. Und zuweilen impulsiv. In den letzten Monaten habe sich die Beziehung der Tochter mit dem 34-Jährigen verschlechtert. Julia habe sich deshalb nach einer eigenen Wohnung umgesehen.

Nach Julia B.s Tod fährt der Angeklagte zu ihrer Mutter. Er habe ihr die Sachen ihrer Tochter „vor die Tür geknallt“ mit den Worten: „Ihr seid das Letzte. Ihr habt mich alle verarscht.“ Tage später wird Johann N. verhaftet.

Ein Urteil ist für den 22. März geplant. Ulrich Willenberg

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17.02.2018, 06:00 Uhr
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