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Autohersteller

Andere fahren Rekorde ein, Opel ist noch neben der Spur

Der neue Eigentümer PSA strukturiert kräftig um. Doch die Zulassungszahlen sinken weiter. Die Rüsselsheimer kommen nicht aus der Krise.

19.02.2018

Von ROLF OBERTREIS

Täglich geht es einen kleinen Schritt nach vorne: Diesen diesen Eindruck vermittelt derzeit der immer noch angeschlagene Autobauer Opel. Vergangene Woche war es eine Vereinbarung über eine Wachstumsstrategie für die Finanzierungstochter sowie die Entscheidung, den Kleinwagen Corsa künftig nur noch im günstigeren spanischen Werk in Saragossa zu bauen – zum Nachteil der Opel-Fabrik in Eisenach.

Opel-Chef Michael Lohscheller und Deutschland-Chef Jürgen Keller touren in diesen Wochen durch Opel-Autohäuser, um für die neuen SUV-Modelle zu trommeln. „In diesem Jahr greifen wir im SUV-Segment richtig an“, sagt Keller. Es gebe 2017 die Chance, die Position weiter zu verbessern, ergänzt Lohscheller. Schon im Dezember sei man in diesem Segment in Deutschland die Nummer eins gewesen. Die neue Opel-Mutter PSA stärkt das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Es werde innerhalb des französischen Konzerns eine Führungsrolle übernehmen, heißt es.

Die Wirklichkeit sieht allerdings noch anders aus. Während andere Autobauer von einem Rekord zum nächsten eilen, fällt Opel im Vergleich zum Hauptkonkurrenten VW immer mehr zurück. Die Zulassungszahlen lagen im Dezember um mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Opel hat seit 1999 keine schwarzen Zahlen mehr gesehen. Unter dem französischen Eigentümer PSA, der die deutsche Traditionsfirma im Sommer von General Motors übernommen hat, soll sich das schnell ändern. 2020 soll Opel endlich wieder einen Betriebsgewinn von 2 Prozent gemessen am Umsatz erreichen, Mitte des Jahrzehnts sollen es 6 Prozent sein.

Basis dafür ist der im November formulierte Sanierungsplan Pace (Tempo) verbunden mit einer Modelloffensive und dem Ziel bis 2020 mindestens vier Elektrofahrzeuge anzubieten. 2024 soll es von jedem Modell eine elektrische Version geben. Erste Erfolge seien sichtbar, heißt es in Rüsselsheim. Im Dezember sind laut Kraftfahrtbundesamt zufolge 4720 Opel-SUV neu zugelassen worden. Damit sei man in Deutschland in diesem Segment die Nummer eins gewesen.

Opel reagiert auf die weiter schwierige Lage mit einer sechsmonatigen Kurzarbeit in den Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Sie gilt auch für die rund 7000 Ingenieure und Experten im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Die Altersteilzeit wird ausgeweitet, die Zahl der Leiharbeiter reduziert. Von April an wird die Arbeitszeit in vielen Bereichen von 40 auf 35 Wochenstunden verringert.

Die Maßnahmen fänden bei den Mitarbeitern breite Unterstützung, es gebe Verständnis für die Kurzarbeit, sagt Opel-Chef Lohscheller. Einen Personalabbau wird es vorerst nicht geben, bis Ende 2018 haben die 19?000 Beschäftigten an den deutschen Standorten Kündigungsschutz.

Im spanischen Werk in Saragossa mit seinen 5400 Beschäftigten wurde eine Vereinbarung für eine moderate Lohnentwicklung und flexiblere Arbeitszeitmodelle geschlossen, im britischen Werk der Schwester Vauxhall werden mehr als 700 Stellen gestrichen. Insgesamt soll Opel bis 2020 rund 1 Mrd. EUR an Kosten einsparen, auch durch Bündelungen im Einkauf zusammen mit der Konzernmutter PSA.

Gleichzeitig will der Autobauer 20 neue Auslandsmärkte erschließen und mittelfristig 10 Prozent des Umsatzes jenseits der deutschen Grenzen erwirtschaften. In Afrika sieht Lohscheller gute Chancen, im Januar wurden Betriebsvereinbarungen für Tunesien und Marokko getroffen. Opel soll wieder eine globale Marke werden. Unter General Motors war dies nicht gewünscht.

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Erstellt:
19. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2018, 06:00 Uhr

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