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Raser aus der Schweiz

An illegalen Rennen auf der Autobahn sind häufig Autos mit CH-Kennzeichen beteiligt

Auf der A81 zwischen Hegau und Engen werden gern illegale Rennen gefahren. Zahlen belegen, dass oft  Autos mit Schweizer Kennzeichen beteiligt sind.

23.05.2016

Von PETRA WALHEIM

Vollgas auf der Autobahn: Auf A96 und A81 machen Raser und Drängler Probleme. Foto: DPA

Singen. Pendler, die regelmäßig auf den Autobahnen des Landes unterwegs sind, können ein Lied davon singen. Für viele vergeht kein Tag, ohne dass sie bei ihrer Fahrt von einem Wagen mit Schweizer Kennzeichen bedrängt werden. Das gilt vor allem für die A81 zwischen Singen und Stuttgart, für die A7 von Stuttgart nach Ulm und für die A96 in Richtung Lindau.

Auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) betont, die A81 zwischen Singen und Stuttgart sei „sehr beliebt bei Schweizern. um ihre schnellen Autos auszufahren“. Das sagte er in Interviews mit der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“. Unter anderem um das zu unterbinden, arbeitet er für Abschnitte der A81 und der A96 auf ein zeitlich begrenztes Tempolimit hin. Bei 120 Stundenkilometern soll Schluss sein.

Diese Grenze gilt in der Schweiz auf allen Autobahnen, und es wird dort richtig teuer, wenn das ignoriert und von der Polizei bemerkt wird. Deshalb, so ist die Vermutung, sind viele Autofahrer mit Schweizer Kennzeichen auf deutschen Autobahnen  mit Bleifuß unterwegs – und mit dem Anspruch, freie Bahn zu haben. „Es ist auffällig, wie viele Schweizer gerade in den letzten Jahren auf der A81 fahren“, sagte Hermann, fügte aber gleich hinzu, es gebe auch deutsche Raser.

Die Erfahrung der Pendler und die Aussage Hermanns ist mit Zahlen schwer zu belegen. Die Polizei führt über Geschwindigkeitsüberschreitungen keine Statistik, und auf der A81 zwischen Singen und Stuttgart gibt es kaum ein Tempolimit, das überschritten werden könnte. Aber es gibt auf der Strecke immer wieder illegale Autorennen. Nach Auskunft von Bernd Schmidt, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, hat die Polizei im laufenden Jahr bislang acht Fahrzeuge erwischt, die an illegalen  Autorennen zwischen Singen und Engen beteiligt waren. „Davon hatten sieben Autos Schweizer Kennzeichen, eines war in Deutschland zugelassen.“

Nach Schmidts Informationen fahren viele Schweizer bei Bietingen, Ortsteil von Gottmadingen, über die Grenze und geben Gas. Er weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass hinterm Steuer der Fahrzeuge nicht immer Schweizer sitzen müssen. „Das können auch Deutsche sein, die in der Schweiz leben, oder Autofahrer mit Migrationshintergrund.“ Da sich die Fälle häufen, beginnt die Polizei erst jetzt damit, Autorennen und Geschwindigkeitsüberschreitungen statistisch zu erfassen. Für das Jahr 2015 gibt es deshalb nur ein paar magere Zahlen: Es gab 23 Rennsituationen, 29 Personen wurden wegen Ordnungswidrigkeiten angezeigt, zehn wegen Straftaten. Die Beteiligung an einem Autorennen ist eine Ordnungswidrigkeit, kommt Nötigung dazu, ist es eine Straftat. Die Nationalitäten sind in diesen Fällen nicht erfasst worden.

Die Zahlen, die die zentrale Bußgeldstelle in Karlsruhe zur Verfügung stellt, untermauern die Erfahrung, dass viele Schweizer zügig unterwegs sind: 2015 hatte die Behörde 127 607 Verfahren unter anderem wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen gegen Autofahrer, deren Fahrzeuge nicht in Deutschland zugelassen waren. Davon liefen 51 446 Verfahren gegen Fahrzeugführer aus der Schweiz.

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Erstellt:
23. Mai 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. Mai 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2016, 06:00 Uhr

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