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Tübingen · Freiluftkino

„An Queen wagt sich keiner ran“

Morgen startet das Tübinger Sommernachtskino, das drei Wochen lang Filme und viele Gäste unter freiem Himmel präsentiert.

17.07.2019

Von Madeleine Wegner

Die Leinwand ist gespannt. Der Schlachthof wartet. Am Donnerstagabend geht’s los. Archivbild: Ulrich Metz

So viel Musik gab’s wohl noch nie: Von schrillen Auftritten mit viel Glamour und Glitzer über den baggerfahrenden Liedermacher bis hin zum Fischer-Chor in Cornwall bietet das diesjährige Tübinger Sommernachtskino auffallend viele Musicals und Musiker-Biopics. Damit spiegelt es auch die vergangenen Kino-Monate wider, in denen viele großartige Musik-Filme angelaufen sind.

Beim Tübinger Sommernachtskino im Schlachthof gibt es die ganz großen, wie auch kleinere Stars auf der großen Leinwand unter freiem Himmel. Das beliebte Biopic über Hape Kerkeling (Der Junge muss an die frische Luft) macht morgen den Anfang. Bis zum 7. August werden dann Filme für so ziemlichen jeden Geschmack gezeigt: über eigenwillige, oft unfreiwillig komische Familien-Probleme (25 km/h am 26. Juli oder Der Vorname am 3. August), Spannung mit politischem Hintergrund (das Justiz-Drama Der Fall Collini am 31. Juli oder auch die Flucht aus der DDR im Ballon am 1. August) bis hin zu Natur- und Reise-Dokus.

Zu den Musik-Filmen gibt es auf der Bühne außerdem (fast immer) die passende Live-Musik: Die Tübinger Band „Tres Beatles“ spielt vor der Komödie und Beatles-Hommage Yesterday (7. August). Heiner Kondschak stimmt mit der Musik des ostdeutschen Liedermachers auf „Gundermann“ ein (23. Juli). Und zur Vorpremiere von Fisherman’s Friends (30. Juli) wird ein Shanty Chor singen. Nur bei einem Film musste Organisator Carsten Schuffert passen: Für das Freddie Mercury-Biopic Bohemian Rhapsody hat er keine Band gefunden. „An Queen wagt sich keiner ran“, sagt Schuffert.

Der (Haar-)Schnitt zum Film

Der gefeierte Musikfilm läuft diesen Freitag, es gibt jedoch nur noch wenige Restkarten an der Abendkasse – vorab ist er bereits ausverkauft. Auch für Filme wie Gundermann gibt es nur noch wenige Karten im Vorverkauf. Es lohnt sich also, rechtzeitig Karten zu reservieren. Die Tickets kann man online bestellen. Neu ist in diesem Jahr der zusätzliche Vorverkauf im Bürger- und Verkehrsverein. Schon lange hätten sich viele Besucher solch ein analoges Ticketangebot gewünscht. „Doch das war jahrelang technisch schwer umsetzbar. Jetzt aber hat es endlich geklappt“, sagt Schuffert, der das Sommernachtskino mit seiner Firma „Bewegte Bilder“ bereits im 28. Jahr ausrichtet.

Ein besonderes Highlight gibt es am Sonntag, 21. Juli, mit Jazz in Schwarz und Weiß, wenn die vier Jazz-Musiker Rainer Tempel (Klavier), Sandi Kuhn (Saxofon), Florian Dohrmann (Bass) und Dieter Schumacher am Schlagzeug live Kurzfilme von Charlie Chaplin, Buster Keaton, Laurel & Hardy sowie Harold Lloyd vertonen. Der besondere Clou: Auf drei Stummfilme durfte sich das Quartett vorbereiten – welches der vierte Film ist, bleibt jedoch bis zur Vorführung geheim, sodass die Jazzer die Musik komplett aus dem Moment heraus entwickeln müssen.

Zum unglaublichen dritten Mal sind die beiden Freiburger Weltreisenden mit ihrem Film Weitzu Gast beim Sommernachtskino (6. August). Ebenfalls fest zum Programm gehört mittlerweile die European Outdoor Film Tour mit ihren Abenteuern in der freien Natur, diesmal erweitert um die „International Ocean Film Tour“. An beiden Abenden (22. Juli und 5. August) sind die Macher zu Gast.

Solch ein Begleit-Programm mit Gästen und Bands komme beim Publikum gut an, sagt Schuffert. So hat der Organisator auch für die fehlende musikalische Einlage zu Bohemian Rhapsody eine Alternative gesucht und in den Barber Angels gefunden. Die Friseure in Lederkutte, die sonst kostenlos bedürftigen Menschen die Haare schneiden, werden vor dem gefeierten Queen-Film die Bühne betreten. Wer sich aus dem Publikum traut, kann dann in einem der mobilen Friseursessel Platz nehmen.

Die Spenden fließen in die karitative Arbeit des Vereins. Und mal ehrlich: Eine neue Frisur und ein toller Film, das passt ganz wunderbar zusammen. Schließlich heißt es zuerst: „Schnitt!“ Und dann: „Film ab!“.

Karten und Wunschfilm-Abstimmung

Der Tübinger Schlachthof ist von Donnerstag, 18. Juli, bis Mittwoch, 7. August, täglich von 20 Uhr an geöffnet.

Das Vorprogramm beginnt um 20.30 Uhr. Der Film startet bei Einbruch der Dunkelheit gegen 21.30 Uhr. Tickets gibt es beim Bürger- und Verkehrsverein und online unter

sommernachtskino.de . Die Filme werden bei jedem Wetter gezeigt – außer bei Sturm. Für einige Filme macht die App „Greta & Starks“ Audiotranskriptionen und Untertitel zugänglich.

TAGBLATT-Wunschfilm beim Sommernachtskino 2019
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Über den TAGBLATT-Wunschfilm kann man im Netz abstimmen: tagblatt.de/wunschfilm

Zur Auswahl stehen:

Stan & Olli, ein Biopic über das berühmte Komiker-Duo.

Werk ohne Autor ist das Porträt eines Künstlers, der aus der DDR flieht, jedoch von Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und das SED-Regime verfolgt wird.

Trautmann erzählt von einem deutschen Soldaten mit Fußball-Talent in englischer Kriegsgefangenschaft.

Weil Du Nur Einmal Lebst ist ein Dokumentarfilm, der Die Toten Hosen auf einer Tournee begleitet.

Zum Artikel

Erstellt:
17. Juli 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Juli 2019, 14:27 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 14:27 Uhr

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