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Amüsement nur auf dem Wasen
Stuttgarts Bester gegen den FC Augsburg, Holger Badstuber (Mitte) fordert eine klare Leistungssteigerung von seinen Mitspielern. Foto: dpa
VfB Stuttgart

Amüsement nur auf dem Wasen

Bei der Nullnummer gegen den FC Augsburg langweilen sich die Zuschauer. Die Defensive steht, doch echte Torchancen sind Mangelware. Trainer Hannes Wolf ist auf der Suche nach der Balance.

25.09.2017
  • GEROLD KNEHR

Was für ein rasantes Schwaben-Derby! Die Spieler liefern sich einen heißen Wettkampf. Einer prescht von hinten heran, landet plötzlich einen Treffer nach dem anderen. Die umstehenden Zuschauer johlen. Doch die Gegenspieler lassen nicht locker. Dann der entscheidende Wurf. Mit einem Kingelton fährt der Sieger ins Ziel. Ende der Vorstellung.

Nein, hier ist nicht die Rede vom Schwaben-Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und den bayerischen Landsleuten des FC Augsburg. Das beschriebene heiße Match fand erst später am Abend statt, einige hundert Meter von der Mercedes-Benz-Arena entfernt: auf dem Cannstatter Wasen. Dort hat eine Augsburger Schausteller-Familie ihr angesichts von zahlreichen spektakulären Bling-Bling-Hightech-Fahrgeschäften geradezu nostalgisch anmutendes „Schwaben-Derby“ aufgebaut. Dabei versuchen die Teilnehmer, den Ball in einen Ring zu werfen. Je nach Treffer rückt das zugehörige Pferd ein, zwei oder drei Felder vor. Bis das erste im Ziel ist.

Das Fußball-Schwaben-Derby war weit weniger unterhaltsam. Dem langweiligen 0:0 zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Augsburg fehlte es an Dynamik, klaren Ideen und Dramatik. Die 55 202 Zuschauer in der nicht ausverkauften Arena jedenfalls waren weit weniger amüsiert als die auf dem proppevollen Wasen.

Dabei war es ein durchaus intensives Match. Das Problem war, dass beide Teams am Ende einer englischen Woche ihren Fokus mehr auf die Defensive denn auf Angriff gerichtet hatten. Die Augsburger, die nach zwei Siegen zuvor mit dem Remis gut leben konnten, taten dies freiwillig. Die Stuttgarter, die nach drei Auswärtsniederlagen den dritten Heimsieg anpeilten, konnten es gegen die gut gestaffelten Gäste nicht besser. Heraus kam ein weit unterdurchschnittliches Bundesligaspiel mit nur zahlreichen „Halbchancen“, wie es Hannes Wolf nannte.

Vorwürfe in Sachen Engagement wollte und konnte der Trainer des VfB Stuttgart seinem Team keine machen. „Wir haben Oberkante Unterlippe gespielt“, sagte Wolf nach der englischen Woche. Zufrieden war er auch mit der Defensive, „unserem großen Pfund in dieser Saison.“ Im Spiel nach vorne jedoch brachte der VfB seine Pferdestärken nicht auf den Platz. Von Anastasios Donis und Josip Brekalo kamen nur wenige vielversprechende Aktionen, und Simon Terodde wartet nach wie vor auf sein erstes Bundesligator. „Es gibt solche Phasen im Leben eines Stürmers“, nimmt ihn Wolf in Schutz, fordert von ihm aber auch, dass er anspielbar ist oder seine Mitspieler als Ballverteiler einsetzt. Das könne er besser, als er es derzeit zeigt.

Sieben Punkte nach sechs Spielen sind für einen Aufsteiger eine durchaus beachtliche Ausbeute. Drei Tore, darunter zwei vor eigenem Publikum, sind hingegen ausbaufähig, „Wir wollen Tore schießen, wir wollen attraktiven Fußball spielen. Da müssen wir uns verbessern“, war Rückkehrer Holger Badstuber, der Beste im VfB-Trikot, alles andere als zufrieden. „Die große Herausforderung ist nun, die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden“, sagt Wolf vor dem Spiel am Samstag bei Eintracht Frankfurt.

Die Augsburger hatten ihre beste Chance kurz vor der Pause durch Rani Khedira, der wie erwartet für den gesperrten Kapitän Daniel Baier die zentrale Position im Mittelfeld übernahm. „Mit den sieben Punkten aus der englischen Woche sind wir sehr zufrieden“, freute sich FCA-Trainer Manuel Baum nach dem Schwaben-Derby. Er gönnt nun seinen Pferden im Stall zwei trainingsfreie Tage. Die Pferde auf dem Wasen hingegen werden bis zum 8. Oktober täglich um die Wette rennen.

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25.09.2017, 06:00 Uhr
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