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Leitartikel · Lebensmittelampel

Ampel schafft Klarheit

Nun hat auch Frankreich die Nährwert-Ampel auf zahlreichen Lebensmittelverpackungen eingeführt.

17.11.2017
  • MICHAEL GABEL

Madame und Monsieur können beim Einkauf auf den ersten Blick sehen, ob ein Lebensmittel für sie geeignet ist oder nicht. Grün hat die Bedeutung unbedenklich, Gelb „Geht so“ und Rot „Nur in kleinen Mengen zu verzehren“. Das ist klar und direkt verständlich. Die Briten haben die Ampel schon seit 2004 und mit ihr gute Erfahrungen gemacht. Deutschland und der Rest der EU aber verweigern sich. Zum Nachteil der Verbraucher.

Wer in Deutschland im Laden nähere Informationen über ein Lebensmittel erhalten will, muss sich die Angaben zu Fett, Zucker und Salzgehalt im Kleingedruckten auf der Verpackungsrückseite mühsam zusammensuchen. Dort steht Wichtiges gleichrangig neben Unwichtigem. Garniert ist die Liste meist mit einer Aufzählung von E-Stoffen, die zwar wichtig ist, aber keine konkreten Anhaltspunkte über Gesundheitsgefahren liefert. Die Kunden werden auf diese Weise mehr verwirrt als informiert. Und das ausgerechnet bei einem zentralen Lebensthema wie der Ernährung.

Für die Einführung der Lebensmittel- Ampel auch hierzulande gibt es viele Gründe. So wünschen sich laut einer Emnid-Umfrage etwa zwei Drittel der Bundesbürger eine solche Kennzeichnung. Außerdem unterstützen sämtliche Verbraucherschützer-Verbände die Idee. Und die gesetzlichen Krankenkassen, die größtes Interesse daran haben, dass die Gesundheitskosten nicht aus dem Ruder laufen, sind ebenfalls dafür. Genauso sieht es auch der deutsche Berufsverband der Kinder und Jugendärzte, dessen Mitglieder genau wissen, warum viele Kinder zu dick sind und hohe Blutzuckerwerte haben. Für die Lebensmittel-Ampel spricht aber noch etwas anderes: Wer vor einem Regal steht, bräuchte in Zukunft nicht mehr nur nach der Optik eines Produktes zu gehen oder nach dem Preis. Die farbige Markierung würde ihm darüber hinaus unmittelbar vor Augen führen, welches Lebensmittel für ihn besonders gesund wäre und welches nicht.

Dass sich die Lebensmittelindustrie gegen eine klarere Kennzeichnung sperrt, ist verständlich, darf aber kein Hinderungsgrund sein. Sie hat allen Grund zu fürchten, dass ihre Getränke, Snacks und Fertiggerichte häufig die Alarmstufe Rot auslösen könnten. Außerdem argumentiert sie, dass eine Ampel-Kennzeichnung die physiologischen Zusammenhänge zu stark vereinfacht, beispielsweise Fett nicht immer gleich fett ist. Das mag sein. Aber zurzeit ist es doch so, dass kaum einer wirklich weiß, was im Essen wirklich drinsteckt. Da wäre eine zwar verkürzte, aber aussagekräftige Darstellung ein großer Fortschritt.

Wahrscheinlich würden die Hersteller in einer Umstellungsphase weniger Umsätze machen. Manche würden auch verschwinden, andere könnten dafür in die Lücke springen. Am Ende gewinnt aber auch die Lebensmittelindustrie – weil die Kunden wieder mehr Vertrauen in ihre Produkte hätten.

leitartikel@swp.de

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17.11.2017, 06:00 Uhr
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