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Amerikaner unterstützen Einheitsregierung im Kampf gegen den IS
Ein Kämpfer der libyschen Einheitsregierung in Sirte. Die US-Armee unterstützt den Kampf. Foto: afp
US-Bomben auf Libyen

Amerikaner unterstützen Einheitsregierung im Kampf gegen den IS

Die US-Streitkräfte haben nun auch in Libyen ihren Kampf gegen den IS aufgenommen. Die Zahl der Dschihadisten in der Stadt Sirte ist stark dezimiert.

03.08.2016
  • MARTIN GEHLEN

Sirte. Mit ihren massiven Luftangriffen auf Stellungen des „Islamischen Staates“ (IS) in Sirte sind die Vereinigten Staaten nach Syrien und Irak nun erstmals auch in Libyen in einen Krieg gegen den IS eingestiegen. Unter dem Feuerschutz von US-Jets gelang es den Kampfverbänden der Nationalen Einheitsregierung gestern, erstmals seit Wochen die im Zentrum der Stadt eingekesselten Dschihadisten wieder ein Stück zurückzudrängen. Nach Angaben aus Washington waren die Lufteinsätze zuvor von dem international anerkannten Ministerpräsidenten Fayez al-Sarraj in Tripolis angefordert worden und sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Die Raketenangriffe stünden in Übereinstimmung „mit unserem Vorgehen, den IS zusammen mit fähigen und motivierten örtlichen Streitkräften zu bekämpfen“, erklärte Pentagon-Sprecher Peter Cook.

Anfang Juni war es libyschen Milizen gelungen, die IS-Invasoren aus Teilen von Sirte zu vertreiben, wo sie sich seit Juni 2015 verschanzt hatten. Seit mehreren Wochen herrscht an der Front ein blutiges Patt, das bisher über 300 Angreifern das Leben kostete und 1300 verwundete. Die Dschihadisten wehren sich vor allem mit präparierten Selbstmordfahrzeugen und Scharfschützen. Ihre Zahl wird auf etwa 1000 geschätzt, ein Bruchteil der noch vor einem halben Jahr von westlichen Geheimdiensten kalkulierten 5000 bis 6000 Extremisten. Die übrigen Krieger sind entweder rechtzeitig aus dem Kessel von Sirte entkommen oder verstecken sich nun in den Reihen der Zivilbevölkerung. Die IS-Führung hatte offenbar geplant, Libyen als alternative Machtbasis aufzubauen, falls das „Islamische Kalifat“ in Syien und im Irak wegen der zunehmend erfolgreichen alliierten Angriffe aufgegeben werden müsste.

Westliche Militäraktionen auf libyschem Boden sind in der einheimischen Bevölkerung sehr unpopulär. Erst Ende Juli musste sich die Nationale Einheitsregierung öffentlich von einer französischen Militärpräsenz distanzieren, nachdem ein Armeehubschrauber nahe Bengasi abgestürzt war und drei Soldaten einer Spezialtruppe getötet hatte. „Hände weg von Libyen“, skandierten danach Demonstranten in zahlreichen Städten Libyens und verbrannten französische Flaggen.

Das US-Vorgehen in Sirte rechtfertigte Regierungschef Fayez al-Sarraj darum ausdrücklich in einer Fernsehansprache und erklärte, dem IS seien schwere Verluste zugefügt worden. Er versprach der Bevölkerung, die US-Angriffe blieben auf Sirte und Umgebung beschränkt und betonte, es sei Zeit, „dass die internationale Gemeinschaft ihre Versprechen gegenüber dem libyschen Volk tatsächlich einlöst“. Sarraj sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, seine von den Vereinten Nationen vermittelte Ministerriege sei eine Marionette des Westens.

Aus dem Pentagon hieß es, man habe mit den von Barack Obama autorisierten Luftschlägen einen Panzer und mehrere gepanzerte Truppentransporter zerstört. Im März hatte das Verteidigungsministerium dem Weißen Haus eine Liste mit rund 40 IS-Zielen in Libyen vorgelegt. Dieser breite Angriffsplan wurde verworfen, um die fragile Einheitsregierung nicht zu belasten.

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03.08.2016, 06:00 Uhr
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