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Familiendrama in Winterlingen

Am Ostersonntag hat mutmaßlich ein 48-Jähriger seine 41-jährige Ehefrau erschossen

In einer Wohnung in Winterlingen im Zollernalbkreis ist am Sonntagabend eine 41?Jahre alte Frau getötet worden. Ihr Mann wurde festgenommen.

03.04.2018

Von MICHAEL WÜRZ

Schwere Helme, schusssichere Kleidung: Polizisten am Tatort tragen Amokschutzausrüstung. Foto: Sven Maurer

Winterlingen. Um kurz nach 19 Uhr greift der 48-Jährige am Sonntagabend zur Waffe, schießt auf seine Frau, für die die Rettungskräfte, die kurze Zeit später in der Ebinger Straße in Winterlingen (Zollernalbkreis) eintreffen, nichts mehr tun können – sie stirbt noch am Tatort in der Wohnung der Familie.

So zeichnet sich die brutale Tat nach den bisherigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ab. Die 17 Jahre alte Tochter erlitt leichte Verletzungen. Sie soll Informationen unserer Zeitung zufolge versucht haben, den Mann von seiner Tat abzuhalten. Polizeibeamte nahmen den Tatverdächtigen noch am Sonntagabend am Ort des Geschehens fest.

Der 48-Jährige ist ein deutscher Staatsangehöriger mit serbischen Wurzeln, der Ehemann der Getöteten. Am Tatort kursierten schnell Gerüchte, wonach es sich um eine Tat unter jugendlichen Flüchtlingen handeln solle. Diese Information erwies sich schnell als falsch, wurde aber dennoch im Internet verbreitet.

Großeinsatz sorgte für Aufsehen

Der Einsatz von Polizei und Rettungskräften hatte zuvor für Aufsehen in der Winterlinger Ortsdurchfahrt gesorgt. Einsatzkräfte der Polizei hatten sich Amokschutzausrüstungen angelegt und sich schwer bewaffnet, bevor sie in das Haus vorgingen.

Auch das Rote Kreuz startete nach der Tat einen Großeinsatz: „Mehr als 15 Helferinnen und Helfer des DRK richteten sich auf eine längerfristige Betreuung ein“, sagte Dietmar Dieter, Pressesprecher des Roten Kreuzes im Zollernalbkreis. Die Helfer kümmerten sich um mehr als 12 Familienangehörige, darunter mehrere Kinder. Einsatzkräfte aus Winterlingen, Harthausen und Balingen rückten am Sonntagabend aus.

Vermutlich ein Familiendrama

Wenig bekannt ist bisher zum Hintergrund der Tat, die Behörden geben sich dazu aus ermittlungstaktischen Gründen bislang zugeknöpft. Nur so viel: Staatsanwaltschaft und Polizei gehen nach aktuellem Stand der Ermittlungen von einem sogenannten Familiendrama aus. Um den Ablauf genau rekonstruieren zu können, seien noch umfassende kriminaltechnische Untersuchungen erforderlich, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit.

Haftbefehl wegen Mordes

Der dringend tatverdächtige Ehemann wurde am Montagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hechingen dem zuständigen Haftrichter vorgeführt. Das Amtsgericht Hechingen hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes gegen den 48-Jährigen erlassen und in Vollzug gesetzt.

Die Kriminalpolizeidirektion Rottweil hat noch an Ostern eine eigene Ermittlungsgruppe zusammengestellt, die den Fall nun minuziös aufklären soll.

Gewalt in Beziehungen

Die polizeiliche Kriminalstatistik nennt Zahlen für die „Partnergewalt“, für Gewaltstraftaten gegen Ehe- oder gleichzustellende Partner einer Beziehung. Wobei die Beziehung auch bereits aufgelöst worden sein kann. 2016 wurden nach Angaben des Innenministeriums in Baden-Württemberg 6465 weibliche Opfer erfasst, von denen 23 tödlich verletzt worden sind. 118 Frauen wurden schwer, 6324 Frauen leicht verletzt. Von den männlichen Opfern wurden vier tödlich verletzt. 1371 Männer wurden leicht verletzt, 28 überlebten schwer verletzt.

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Erstellt:
3. April 2018, 06:46 Uhr
Aktualisiert:
3. April 2018, 06:46 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. April 2018, 06:46 Uhr

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