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Am Killesberg tischen Flüchtlinge auf
Giovanna und Issam Abdul-Karim bieten Flüchtlingen einen Job. Foto: Ferdinando Iannone
Gastro-Tipp

Am Killesberg tischen Flüchtlinge auf

Asylbewerber bereiten Spezailitäten ihrer Heimat zu. Projekt soll Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern.

01.02.2018
  • RAINER LANG

Stuttgart. Abdul Rahman Hussein freut sich, dass er endlich wieder etwas tun kann. Vor zwei Jahren musste er vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen. Der 45-Jährige betrieb in Aleppo zwei Restaurants. „Die sind jetzt zerstört“, erzählt er. Schon der Vater und der Großvater seien Gastronomen gewesen, fügt er hinzu. Wenn es möglich ist, möchte der Syrer in naher Zukunft auch in Deutschland ein eigenes Restaurant eröffnen. Nun freut er sich aber erst einmal, dass er seit kurzem als Koch beim sozialen Gastro-Projekt am Weißenhof vor der Stuttgarter Kunstakademie arbeiten und Gerichte aus seiner Heimat zubereiten kann.

„RED – Enjoy Refugees Best Kitchen“ steht in großen Lettern auf den Scheiben des einstöckigen roten Gebäudes an der Zufahrt zum Hochschulgelände. Die Küche der Flüchtlinge ist in der früheren Pasta Bar 1/1 untergebracht. Initiiert hat das Projekt Issam Abdul-Karim, der mit seiner Frau Giovanna seit zehn Jahren auch die Pizza Bar an der gegenüberliegenden Seite der Straße betreibt.

Abdul-Karim weiß, was es bedeutet, Flüchtling zu sein. Der Libanese kam nach Stuttgart, als der Bürgerkrieg in seiner Heimatstadt Beirut wütete. Seither bemüht er sich mit ständig neuen Ideen, Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen zu schaffen. Im Freundeskreis Killesberg engagiert sich der 48-Jährige mit Herzblut für die Neuankömmlinge.

In seinem neuen Projekt möchte er ihnen durch ein Praktikum in der Gastronomie den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen und somit eine Zukunftsperspektive geben. Er ist davon überzeugt, dass dies auch ohne perfekte Sprachkenntnisse funktioniert.

Wenn Koch Abdul Rahman Hussein von seiner Heimat erzählt, muss er sich sprachliche Hilfe bei seinen Kollegen holen. Das Team besteht aus drei Männern und einer Frau, unterstützt von Abdul-Karims Tochter Eileen. Serviert wird, was Hussein frisch zubereitet. Dazu gehören Falafel, Hummus oder der orientalische Salat Taboulé. Geöffnet ist außer dienstags immer zwischen 11 und 19 Uhr. Die Speisekarte wird sich im Laufe des Jahres wandeln, weil sich unterschiedliche Flüchtlingsteams aus Syrien, Afghanistan oder Afrika abwechseln werden. Rainer Lang

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01.02.2018, 06:00 Uhr
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