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Luftfahrt

Am Ende noch ein Wettbieten

Fünf Investoren haben ein Gebot für die insolvente Air Berlin abgegeben. Jetzt entscheiden die Gläubiger.

16.09.2017
  • HENNING KRAUDZUN

Berlin. Kurz vor Schluss hatte der chinesische Bieter noch Sonderwünsche. Der Betreiber des Flughafens im mecklenburgischen Parchim, Jonathan Pang, beantragte eine Fristverlängerung im Bieterwettstreit um Air Berlin. Es dauere seine Zeit, die Unterlagen zu übersetzen. Das Ansinnen wurde zurückgewiesen. Ein Interessent weniger.

Tatsächlich hat das Rennen um die insolvente Fluggesellschaft in den vergangenen Tagen Fahrt aufgenommen. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann teilte nach Ende des Bieterverfahrens mit, dass ein „reges Investoreninteresse“ bestanden habe und mehrere Angebote eingegangen seien. „Unser Ziel bleibt, so viele Arbeitsplätze wie möglich in einen sicheren Hafen zu führen.“ Mindestens fünf Unternehmen sollen nach Angaben aus Unternehmenskreisen ein Angebot vorgelegt haben: die Lufthansa, ein Konsortium aus dem früheren Airline-Gründer Niki Lauda und Condor, das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht, Easyjet und der Unternehmer Utz Claassen.

Der frühere Energiemanager Claassen bietet laut eigener Ankündigung zusammen mit Partnern rund 100 Mio. EUR. Weitere 600 Mio. EUR will Claassen für die Sanierung aufbringen. Am Freitag hatte auch das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht seine Pläne konkretisiert. Geschäftsführer Wolfram Simon kündigte an, drei Tochterunternehmen von Air Berlin übernehmen zu wollen – die Plattform Leisure Cargo, die Luftfahrtgesellschaft Walter sowie die Air Berlin Technik. 1000 Jobs wolle man so sichern, schreibt Simon. Über den Preis schweigt er. Easyjet teilte mit, Kurzstrecken übernehmen zu wollen.

Die mit Abstand größten Chancen werden der Lufthansa eingeräumt. Wettbewerber wie Ryanair äußerten wiederholt die Vermutung, für die Bundesregierung sei längst beschlossene Sache, dass der deutsche Marktführer zum Zuge kommt. Als gesichert gilt, dass der Kranichflieger für maximal 90 der 140 Air-Berlin-Maschinen geboten hat. Dagegen will der frühere Formel-1-Weltmeister Lauda für 100 Mio. EUR sein Unternehmen Niki zurückkaufen. Niki gilt als profitabel und ist nicht von der Insolvenz bedroht. Die Gläubiger sollen am 21. September beraten, vier Tage später dann fällt der Aufsichtsrat eine Entscheidung.

Der Luftfahrtexperte Cord Schellenberg glaubt zudem, dass auch Ryanair nicht ganz aus dem Rennen ist. „Der innerdeutsche Markt wird durcheinandergewürfelt. Und Ryanair hat die Kapazitäten, irgendwann zuzuschlagen“, sagte er. Henning Kraudzun

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16.09.2017, 06:00 Uhr
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