Verkehr

Am Dienstag Warnstreiks bei Bussen und Bahnen

Der Ausstand betrifft allein im Südwesten rund eine Million Menschen. Kommunale Arbeitgeber kritisieren „Anschlag auf die Allgemeinheit“.

26.09.2020

Von AFP/DPA

Pendler müssen sich kommende Wochen auf massive Behinderungen bei Bussen und Bahnen einstellen: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigte im Tarifkonflikt des öffentlichen Nahverkehrs bundesweite Warnstreiks für Dienstag an. Damit will die Gewerkschaft die kommunalen Arbeitgeber zu Verhandlungen über einen deutschlandweiten Rahmentarifvertrag zwingen. Die Arbeitgeber verurteilten die geplanten Warnstreiks als „Anschlag auf die Allgemeinheit“.

In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Verdi-Landesbezirks mehr als eine Million Fahrgäste betroffen, die täglich von den acht Verkehrsunternehmen im Südwesten befördert werden. Insgesamt seien 8600 Beschäftigte zum Streik aufgerufen.

Parallel dazu gehen die Warnstreiks im öffentlichen Dienst weiter: Am Montag in Kitas und in der Schulkindbetreuung in Stuttgart, von Dienstag an in Kliniken im Kreis Göppingen und in Rastatt. Bei den Bus-Unternehmen fordert die Gewerkschaft Verdi für die bundesweit 87 000 Beschäftigten Entlastungen: 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen sowie Regelungen zur Nachwuchsförderung. „Nach 20 Jahren Sparkurs auf dem Rücken der Beschäftigten sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht“, erklärte Verdi-Vize Christine Behle.

VKA-Hauptgeschäftsführer Niklas Benrath kritisierte die Streikankündigung mit scharfen Worten. Das Vorgehen von Verdi sei „ein Anschlag auf die Allgemeinheit und die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs“, erklärte er. „Es ist unverantwortlich, gerade in dieser krisengeplagten Zeit – denken Sie nur an die eingebrochenen Fahrgastzahlen und Einnahmen bei den Nahverkehrsbetrieben das gesamte Land – nunmehr mit einer Streikwelle zu überziehen.“ Es sei „nicht hinnehmbar“, dass zu den derzeitigen Tarifkonflikten im öffentlichen Dienst nun auch noch Warnstreiks im ÖPNV kommen. Der Städte- und Gemeindebund sprach von einem „verheerenden Signal“. afp/dpa

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Erstellt:
26. September 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. September 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. September 2020, 06:00 Uhr

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