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Betriebe wollen kaum Flüchtlinge einstellen

Als Hauptursache nennt der Arbeitgeberverband Südwestmetall fehlende Deutschkenntnisse

Nur fünf Prozent der Betriebe von Südwestmetall Reutlingen wollen Flüchtlinge fest einstellen. Sorgen macht den Arbeitgebern auch der VW-Skandal.

21.10.2015
  • Matthias Reichert

Reutlingen. Die vielen Flüchtlinge beschäftigen auch den Arbeitgeberverband Südwestmetall. Die Reutlinger Bezirksgruppe hat bei ihrer jährlichen Konjunkturumfrage erstmals gefragt, ob die Mitgliedsbetriebe Flüchtlinge einstellen würden. Bisher nicht – nur fünf Prozent der Unternehmer wollen Asylbewerbern Ausbildungs- oder Arbeitsplätze anbieten. Immerhin elf Prozent halten Praktika für möglich. Hauptursache sind laut dem neuen Bezirkschef Reiner Thede fehlende Deutschkenntnisse. Die Betriebe seien darauf angewiesen, dass die Arbeitskräfte Gebrauchsanweisungen und Sicherheitshinweise lesen könnten. Sonst sei das Risiko von Arbeitsunfällen zu hoch, so Thede beim Pressegespräch zur Hauptversammlung im Hotel „Achalm“. Es sei aber eine große Herausforderung, dass nicht die Mehrheit der Flüchtlinge in die Sozialsysteme wandere.

Die VW-Affäre um manipulierte Abgas-Software werde von den Unternehmen als Problem gesehen, so Thede. Die Gefahr bestehe, dass die Affäre Kreise ziehe, die sich auf die gesamte Automobilindustrie und das bisherige Gütesiegel „Made in Germany“ ausweiten könnten. Thede ist Geschäftsführer bei Erbe Medizintechnik in Tübingen. Die GmbH habe 80 Prozent Export-Anteil. „Wir werben mit ‚Made in Germany‘ – das ist in Gefahr, in Mitleidenschaft gezogen zu werden.“

Robuste Konjunktur, unsichere Zukunft

Dichtungshersteller Elring-Klinger in Dettingen/Erms habe nach der VW-Krise bisher nur leichte Auftragsrückgänge, sagt der Vorstandschef Stefan Wolf, den Thede als Bezirkschef bei Südwestmetall abgelöst hat. „Für Elring-Klinger ist VW kein Thema“, sagt Wolf. „Wir haben 80 Prozent Weltmarktanteil bei Zylinderkopfdichtungen. Da ist es egal, ob VW oder Ford der Endverbraucher ist – weil überall unsere Dichtungen drin sind.“ Freilich drohten kleineren VW-Zulieferern Auftragsrückgänge. Die Fahrzeugindustrie müsse ein negatives Image in Kauf nehmen: „So ist die Welt, dass jetzt Ford und Chrysler in dieses Wespennest stechen. Das ist der Wettbewerb“, sagt Wolf.

In ihrer Umfrage vermelden die Südwestmetall-Betriebe eine robuste Konjunktur. Doch blicken die Unternehmer unsicher in die Zukunft. Ein Viertel der Betriebe erwartet 2016 mehr Aufträge, ein Drittel geht von gleichbleibendem Niveau aus, jeder Vierte rechnet mit Rückgängen. Und jeder Neunte wagt keine Prognose. Optimistischer sind die Aussagen zu den Umsätzen. Hier rechnet jeder Dritte mit einer Steigerung im kommenden Jahr. Doch mehr als die Hälfte geht andererseits von Stagnation oder Rückgang aus; elf Prozent äußern sich nicht zu den Erwartungen. Das zeige, so Thede, ein hohes Maß Unsicherheit.

Ähnlich der Blick auf die weltweiten Märkte: Für 2016 würden nur noch Nordamerika und Westeuropa als positiv eingeschätzt. Die Hoffnungen auf den chinesischen Markt sind deutlich geschrumpft – 30 Prozent erwarten Rückgänge. Für Rußland prognostizieren ein Viertel schlechtere Geschäfte. „Nahezu für alle Märkte sagen die Befragten Stagnation beziehungsweise Verschlechterung voraus“, wird Thede in einer Mitteilung zitiert. „Wir dürfen das nicht ignorieren.“

Beteiligt an der Umfrage hat sich fast die Hälfte der 113 Mitgliedsbetriebe, die in sechs Landkreisen fast 40 000 Beschäftigte haben. Für die Beschäftigung hatten ein Jahr zuvor ein Drittel mit Rückgängen gerechnet, jetzt sind es nur noch 16 Prozent. 22 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen. Aber wohl nicht in der Produktion – dort wird einer neuen Studie der Arbeitgeber zufolge Personal abgebaut.

Archivbilder

Als Hauptursache nennt der Arbeitgeberverband Südwestmetall fehlende Deutschkenntnisse

Als Hauptursache nennt der Arbeitgeberverband Südwestmetall fehlende Deutschkenntnisse
Reiner Thede

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21.10.2015, 12:00 Uhr
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