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05.10.2018

Von Ulla Steuernagel

Dann folgen vom 31. Oktober bis 7. November die Französischen Filmtage, zwei Wochen später legen die Frauenwelten los und kaum hat hier die letzte das Licht angeknipst, geht es beim Cine Español wieder aus (5. bis 12. Dezember). Danach ist das Kino erst einmal im Normalmodus und nach einer schönen und notwendigen Verschnaufpause geht es im April mit dem Cinelatino weiter.

Man kann in Tübingen stolz sein auf das überbordende Angebot an Filmen, die normalerweise die deutschen Kinos niemals erreichen würden. Insgesamt geben hier mehr als ein halbes Hundert Filmländer ihre Visitenkarten in den Kinos ab. Denn die Sprache macht zwar den jeweiligen Festivalton aus, aber sie wird ja, wie beim Französischen, auch in Kanada, im schwarzafrikanischen Raum und den Maghreb-Ländern gesprochen. Jedes einzelne der fünf Tübinger Festivals ist eine Bereicherung des Kulturlebens. Keine Frage.

Doch gäbe es einen Kulturgott oder wenigstens -papst, dann würde der mit Sicherheit Hand an den geballten Festivalkalender legen. Zum Beispiel würde er das Cinelatino und das Cine Español zusammenspannen. Und er würde ganz gewiss die Zwischenräume zwischen den Filmwochen vergrößern. Müssen sie denn alle (bis auf eines) innerhalb von zwei Monaten abgefeuert werden? Wer oder was lässt die Festivalmacher so eng zusammenglucken? Der Kuschelfaktor ist es gewiss nicht. Im Gegenteil: Die Tübinger Festivalszene kennt sich lange, womöglich zu gut und ist sich – in Teilen jedenfalls – herzlich wenig zugetan.

Nach ihrem Festival im vergangenen Jahr feuerten die Macher der Arabischen Filmwoche eine Reihe von Schreiben an Stadt und Land ab, in denen es um höhere Zuschüsse ging, aber mindestens so sehr auch darum, den selbsterkorenen Gegner Französische Filmtage anzugreifen. Zum Beispiel, warfen die „Araber“ den „Franzosen“ vor, diese blockierten bewusst Filme, die eigentlich den Arabischen Filmtagen zustünden.

Kulturamtsleiterin Dagmar Waizenegger nennt den Umgang zwischen den verschiedenen und teils ehrenamtlich arbeitenden Cineastengruppen „eine große Tragödie“. Die Mediation, die sie vor einigen Jahren von der Stadt verordnet bekamen, sei komplett gescheitert. Selbst das Minimalziel, die Entzerrung der Festivals, kam nicht zustande.

Nun gut, die Festivalmacher/innen müssen sich nicht lieben, sie sollten nur zu einer einigermaßen neidlosen Koexistenz finden. Vielleicht gelingt das ja, wenn das Ergebnis der von der Stadt in Auftrag gegebenen Evaluation veröffentlicht wird. Anfang November bekommt der Gemeinderat den Bericht. Klar ist jetzt schon: Knapp bei Kasse sind alle. Wer aber wie zu kurz kommt, wird dann vielleicht klarer sein.

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Erstellt:
5. Oktober 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
5. Oktober 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. Oktober 2018, 01:00 Uhr

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