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Alles, was Musik ist
Jazz, Elektronik, Klassik und Rock: Der Pianist Wolfgang Dauner wird 80

Alles, was Musik ist

Wenn es um Musik geht, ist der Pianist Wolfgang Dauner auf alles neugierig. Er möchte die Zuhörer berühren - auch im Alter von 80 Jahren.

30.12.2015
  • STEFANIE JÄRKEL, DPA

Stuttgart. Es piepst aus den Lautsprechern, verzerrte Klänge erinnern an Posaunen, dazu Trommelwirbel und aufgespaltene Akkorde auf dem Flügel: Der Pianist Wolfgang Dauner präsentiert an diesem Abend in Stuttgart seine Vision von Musik, sitzt vor den Tasten, steht an Synthesizer und Laptop. Ihm gegenüber spielt sein Sohn, der Schlagzeuger Florian Dauner.

Gemeinsam erzählen sie ihre "Elektronischen Mythen". Wolfgang Dauner bleibt sich dabei mit der Mischung aus Jazz, Elektronik, Klassik und Rock auch im Alter treu: Heute feiert er, einer der renommiertesten Jazzpianisten Deutschlands, seinen 80. Geburtstag. Im Januar soll er mit dem Landesjazzpreis Baden-Württemberg für sein Lebenswerk geehrt werden.

"Ich will die Menschen emotional erreichen", sagt der gebürtige Stuttgarter. "Ich mache ja nicht nur für mich Musik." Als Kind begann er mit einer klassischen Klavierausbildung, später verband er Unterhaltungsmusik mit Klassik, akustische Klänge mit elektronischen. Ab und an setzte Dauner auf Extreme: Bei einem Auftritt in Frankfurt 1968 zertrümmerte er eine Geige. "Das war ein Happening", sagt Dauner und lacht. Selbst die Free Jazzer hätten komisch geguckt. "Die haben gespürt, dass wir etwas machen, was sie noch nicht machen." Dauner ließ sich auch von Karlheinz Stockhausen und seiner Neuen Musik inspirieren. Bei der Aufführung seiner Jazzoper "Der Urschrei des Musikers" 1976 ließ er Auszüge aus Verträgen mit Musikern vorlesen. Die Oper sei eines seiner wichtigsten Werke gewesen, sagt er heute.

Dauner brachte sich den Jazz selbst bei. Schon als Jugendlicher hörte er Schlager aus dem Radio heraus und variierte sie. "Ich bin in Kontakt mit der Improvisation gekommen, bevor ich überhaupt wusste, was Jazz ist." Später trat er in den amerikanischen Clubs um Stuttgart auf - und musste Abend für Abend "Rosamunde" spielen. Nach der Schule studierte er ein Jahr klassische Trompete an der Hochschule für Musik in Stuttgart, Klavier belegte er im Nebenfach.

Für ein Hauptfachstudium in Klavier war er zu alt. Dabei wollte er lediglich seine Technik verbessern, um besser improvisieren zu können. "Es war alles auf Jazz ausgerichtet", sagt Dauner. Das Trompetenspiel gab er nach dem Studium auf.

Mit dem Bassisten Eberhard Weber und dem Schlagzeuger Fred Braceful gründete Dauner 1963 das "Wolfgang Dauner Trio". Für seine erste Schallplatte "Dreamtalk" ließ er sich von Bill Evans inspirieren. 1976 war er Mitbegründer des "United Jazz + Rock Ensemble".

Nachdem er 1999 einen Schlaganfall erlitt, musste Dauner um die Rückkehr ins Musikgeschäft kämpfen. "Es hat niemand mehr angerufen", sagt er. Bis heute bekommt er weniger Aufträge. Stattdessen setzt er nun auf eigene Projekte, auch mit seiner Frau, der Künstlerin Randi Bubat. Seit ein paar Jahren macht er wieder Musik mit seinem Sohn. Florian Dauner ist unter anderem Schlagzeuger der Hiphop-Band "Die Fantastischen Vier" und spielt bei "The Voice of Germany". Im vergangenen Jahr brachten sie die Platte "Dauner//Dauner" heraus.

"Wenn er auf der Bühne steht, dann ist das mit einer irren Spielfreude verbunden", sagt Florian Dauner über seinen Vater. "Das gefühlte Alter ist dann eher 18 oder 20 und nicht 80." Wolfgang Dauner selbst sagt: "Ich werde Musik machen, bis ich den Löffel abgebe."

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30.12.2015, 08:30 Uhr
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