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Alles „vom Feinsten“
Baden-Württembergs Sparkassenpräsident Peter Schneider: „Zuerst Risiken auf ein einheitliches Niveau abbauen.“ Foto: Marijan Murat/dpa
Sparkassen

Alles „vom Feinsten“

Präsident Peter Schneider sieht das Land hervorragend unterwegs. Der Zollstreit und die Fahrverbote wirken sich nicht aus. Selbst die EU sendet positive Zeichen.

26.07.2018
  • THOMAS VEITINGER

Stuttgart. Probleme? Welche Probleme? Im Land ist derzeit alles „vom Feinsten“. Die Wirtschaft ist in „glänzender Verfassung“ und „hervorragend unterwegs“. Sparkassenpräsident Peter Schneider überschlug sich bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz förmlich mit Superlativen und strahlte mit dem Wetter um die Wette. Bei der Kreditvergabe und den Einlagen erreichten die Sparkassen in Baden-Württemberg historisch hohe Steigerungsraten.

Die Einlagen von privaten Kunden stiegen um 5 Prozent, die der Unternehmen um 3 und der öffentlichen Haushalte um gewaltige 15 Prozent. Auch die Darlehenszusagen lassen auf eine „völlig ungebremste Konjunkturentwicklung über alle Branchen hinweg“ schließen, freut sich Schneider: „Das sind die höchsten Werte in der Geschichte des Sparkassenverbands Baden-Württemberg.“

Die nächste gute Nachricht: Nichts deutet auf eine Änderung hin. Zwar sinkt der Zinsüberschuss der 51 Institute im Südwesten durch die EU-Geldpolitik weiter. Die niedrigen Ergebnisse können auch nicht durch Einsparungen völlig ausgeglichen werden. Die höhere Kreditnachfrage und Kundeneinlagen gleichen dies aber aus. 2018 dürften die Sparkassen mit einem „ordentlichen Ergebnis“ abschließen.

Selbst bei einer Dauersorge Schneiders gab es Entwarnung: Eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung ist nach den Entscheidungen des vergangenen EU-Gipfels vom Tisch – zumindest zunächst. „Der Blick wurde dafür richtigerweise auf die unterschiedlichen Risikolagen in den einzelnen Banksystemen der Länder gerichtet“, sagt der Präsident.

So gibt es in Italien und Griechenland im Vergleich zu Deutschland viele wackelige Kredite. Dazu kommen unsichere Staatsanleihen in den Bankbilanzen und unterschiedlich effektive nationale Sicherungssysteme. Schneider: „Bevor wir über die Vergemeinschaftung der Einlagensicherung in Europa ernsthaft sprechen können, müssen diese Risiken auf ein einheitliches Niveau abgebaut werden.“ Doch dies sei eher unwahrscheinlich.

Auch der „regulatorische Dauerbeschuss“ der EU – ein weiteres wichtiges Thema Schneiders in den vergangenen Jahren – geht zwar weiter. Die neuen Vorschriften zur Beratung der Kunden auf 20 000 Seiten (Mifid II) wurden Anfang des Jahres umgesetzt. Basisinformationen mit zum Teil „absurden Informationen“ müssen Kunden vor dem Kauf etwa von Zertifikaten oder Optionsscheinen überreicht werden und die neuen Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht haben laut Schneider „absurde Züge“. Gleichzeitig gibt es aber auch Erleichterungen in der Regulierung für kleinere Kreditinstitute, von denen 37 der 51 Sparkassen profitieren. Also auch hier – zumindest einige – gute Zeichen.

Sorgenfalten bereiteten Schneider die Zollstreitigkeiten mit den USA. Dies könnte die „Herzkammer“ der Wirtschaft im Land treffen. Auch die Diskussion über Fahrverbote könnte sich noch auf Autobauer und -zulieferer auswirken. Diese haben zwar eine sehr gute Ertragslage, aber die Probleme könnten sich hochschaukeln. Bislang sieht Schneider aber noch keine dunklen Wolken am strahlend blauen Himmel.

Als Erfolgsgeschichte werten die Sparkassen ihre Digitalisierung. In der ersten Woche gab es 100 000 Echtzeit-Überweisungen. Das Geldsenden via Handy wird gut angenommen. Jeder zweite Kunde erledigt seine Bankgeschäfte online. Die Zahl der Filialen schrumpfte um 13 auf 2087. Schneider: „Wir werden aber in der Fläche bleiben.“

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26.07.2018, 06:00 Uhr
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