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Der 652000 Euro teure Umbau des Tropen-Medizinischen Instituts ist fertig

Alles unter einem Dach

Gestern feierten 200 geladene Gäste aus aller Welt den Umbau des Tübinger Tropeninstituts (ITM). Dieser war erforderlich, weil das Land 2007 die Einrichtung zum Kompetenzzentrum ernannte.

25.07.2009
  • Thomas Moser

<strong>Tübingen.</strong> Wer eine Reise in die Tropen machen will, hat eine neue Anlaufstelle für Schutzimpfungen in der Wilhelmstraße 27. Den erfolgreichen Umzug und Umbau feierten Mitarbeiter und Gäste gestern den ganzen Tag lang. Morgens brachten sich die Wissenschaftler in mehreren Symposien auf den neuesten Stand, nach zahlreichen Grußworten gab es dann noch einen Stehempfang.

Das Land ernannte 2007 auf Empfehlung der Medizinstrukturkommission das Institut des Tübingen Uni-Klinikums zum Kompetenzzentrum. Dies bedeutet eine jährliche Unterstützung von 150 000 Euro und machte den Umbau erforderlich, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche zu verbessern.

Der Leiter des Instituts, Prof. Peter G. Kremsner, lobte das ITM, das mit vergleichsweise geringen Mitteln „sehr gut dasteht“. Durch die Zusammenlegung der Ambulanz mit den Laboratorien in der Wilhelmstraße 27 werden, so Kremsner, „Synergien erzielt“. Der Institutsleiter, der nach eigenem Bekunden auf einem Ranking der besten Tropenmediziner weltweit auf Platz 15 steht, nannte in seinem Vortrag die Bereiche seiner Arbeit. „Wenn Reisende aus den Tropen erkrankt zurückkommen, können wir sie heilen. Wenn Urlauber in die Tropen fliegen wollen, können wir sie impfen. Unsere Ambulanz läuft ausgezeichnet.“

Das Institut bietet 30 Lehrveranstaltungen im Semester an. Die Tropenmediziner belegen auch in der Forschung Spitzenplätze. Ministerialdirektor Klaus Tappeser vom Landeswissenschaftsministerium lobte die Leistungen der Tübinger Tropenmedizin, die „seit vielen Jahren zu der international hohen Reputation der Universität beitragen“. Tappeser bezeichnete die Einrichtung „als führende Stätte der Malariaforschung in Deutschland“.

Auch Kremsner schätzt sein Institut im Vergleich zu anderen deutschen Einrichtungen selbstbewusst ein: „Das Hamburger Institut ist der FC Bayern in der Tropenmedizin, doch wir sind Deutscher Meister, obwohl die Hamburger Wissenschaftler über das Zehnfache des Tübinger Etats verfügen. Jetzt wollen wir die Champions-League gewinnen.“

Die Wissenschaftler beweisen, dass sie dem hohen Anspruch gerecht werden. Das ITM ist derzeit an der weltweit größten Malariastudie beteiligt, deren Ziel es ist, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln (das TAGBLATT berichtete am 7. Mai).

Der leitende Ärztliche Direktor des Uni-Klinikums, Prof. Michael Bamberg, wies gestern auf die steigende Relevanz der Tropenmedizin durch den Klimawandel hin. „Die Tropen wachsen immer näher an Tübingen heran“, sagte er in seinem Grußwort. Die davon ausgehenden Gefahren seien nicht zu unterschätzen, weil bald auch schon in Südeuropa mit tropischen Erregern gerechnet werden müsse.

Institutsarzt Carsten Köhler sieht nur Vorteile durch die Zusammenlegung. Und das nicht nur, weil jetzt „unsere Sprechstunden für die Reiseimpfung voller“ sind als vorher. Köhler hatte im Vorfeld befürchtet, durch die Finanzkrise würden die Leute nicht so viel reisen oder das Institut wegen des Umzugs nicht gleich finden. In seinem Vortrag mahnte er die Politik, den Wissenschaftlern mehr Freiheit zu lassen und diese nicht durch bürokratische Hemmnisse zu begrenzen.

Das Institut beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 15 Ländern auf allen Kontinenten. Die meisten von ihnen waren gestern mit ihren Familien zum Feiern gekommen.

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Institut wurde vor 53 Jahren gegründet </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Das Institut für Tropenmedizin war bisher auf zwei Gebäude in der Keplerstraße 15 und der Wilhelmstraße 27 verteilt. Der 652 000 Euro teure Umbau integrierte die Einrichtung in der Keplerstraße in das Gebäude der Wilhelmstraße 27. Damit gibt es nur noch eine Anlaufstelle. Das vor 53 Jahren gegründete Institut stockte seine Nutzfläche um 427 auf etwa 1500 Quadratmeter auf, die Forschung, Lehre und Krankenversorgung vereinen. Das soll auch für Reisende Verbesserungen bringen, die sich beraten und impfen lassen wollen. </div> </div>

Alles unter einem Dach
Nach zahlreichen Symposien, Vorträgen und Grußworten stärkten sich die 200 Gäste des Tübinger Tropeninstituts gestern Nachmittag am Buffet. Auch Ministerialdirektor Klaus Tappeser und die Landtagsabgeordnete Monika Bormann waren unter den Gästen des Festakts. Bild: Faden

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25.07.2009, 12:00 Uhr
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